Anerkennung als immaterielles Kulturerbe rückt näher
Die deutsche Friedhofskultur könnte bald als immaterielles Kulturerbe in Deutschland anerkannt werden. Die Hamburger Kulturbehörde hat einen entsprechenden Antrag, der vom Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) unterstützt wird, befürwortet und an die Kultusministerkonferenz weitergeleitet. Damit gehört die Bewerbung nun zu den engeren Kandidaten der Deutschen UNESCO-Kommission (DUK), die voraussichtlich in einem Jahr über Neuaufnahmen in die nationale Liste entscheidet.
Die Vorsitzende des Bundes deutscher Friedhofsgärtner im ZVG, Birgit Ehlers-Ascherfeld, betont die gesellschaftliche Bedeutung der Friedhofskultur:
Dieses einzigartige kulturelle Erbe zu bewahren und zu pflegen, ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Friedhöfe sind nicht nur Orte der Erinnerung und Trauer. Von Friedhofsgärtnern kunstvoll gestaltete Gräber und gepflegte Parkanlagen laden Menschen ein, die Natur zu genießen und zur Ruhe zu kommen. Oftmals sind Friedhöfe die grünen Lungen unserer Städte.
Der im Oktober eingereichte Antrag wurde von einer Expertenkommission der Hansestadt Hamburg sowohl inhaltlich als auch formal geprüft. Die nationale UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes hebt die identitätsstiftende Bedeutung von Sitten, Bräuchen und Ritualen für die Kultur eines Landes hervor.
Breite Unterstützung für die Bewerbung
Für die Bewerbung hat sich eine Initiative aus führenden Verbänden und Institutionen des deutschen Friedhofswesens gebildet. Dazu gehören der Verband der Friedhofsverwalter Deutschlands, der Bundesverband deutscher Bestatter mit dem Kuratorium deutsche Bestattungskultur, der Bund deutscher Friedhofsgärtner im Zentralverband Gartenbau, der Verein zur Förderung der deutschen Friedhofskultur, der Verband für Gedenkkultur und der Bund deutscher Grabmalhersteller.
Der Antrag, der die Bedeutung der Friedhofskultur stärker in das Bewusstsein der Gesellschaft rücken soll, wird zudem von weiteren Gruppierungen unterstützt, darunter die Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal mit dem Museum für Sepulkralkultur Kassel.
