Naturschutz

Klimawandel und Landsysteme: Risiken und Potenziale für den Klimaschutz

Der aktuelle IPCC-Sonderbericht beleuchtet die Belastung terrestrischer Ökosysteme durch den Klimawandel. Schnelle Maßnahmen im Landsektor können soziale und wirtschaftliche Vorteile schaffen und eine klimaresiliente Entwicklung fördern.

IPCC-Bericht zu Klimawandel und Landsystemen

Der aktuelle Sonderbericht des Weltklimarats (IPCC) zu Klimawandel und Landsystemen verdeutlicht erhebliche Risiken für die globalen Lebensgrundlagen. Der Bericht, der in Genf vorgestellt wurde, beleuchtet die Belastung terrestrischer Ökosysteme durch den Klimawandel und betont die Dringlichkeit von Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen.

Schnelle und entschlossene Maßnahmen im Landsektor können kurzfristig soziale und wirtschaftliche Vorteile schaffen und langfristig eine klimaresiliente Entwicklung fördern.

Der Bericht des Weltklimarats zeigt: Klimaschutz ist eine Existenzfrage für uns Menschen. Denn der Klimawandel gefährdet unsere Ernährungs- und Lebensgrundlagen. Die Land- und Forstwirtschaft ist ein Opfer dieser Entwicklung, aber sie ist auch ein wichtiger Verursacher und damit ein Teil der Lösung beim Klimaschutz. Die Art, wie die Menschheit mit dem Land umgeht, kann das Klima schützen oder schädigen.

Der Bericht zeigt uns, dass Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft machbar ist und zugleich soziale, wirtschaftliche und ökologische Vorteile bringt. Die anstehende Reform der EU-Agrarförderung ist eine gute Gelegenheit, in Europa die richtigen Anreize für mehr Klimaschutz in der Landwirtschaft zu setzen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze hebt hervor, dass Klimaschutz in der Land- und Forstwirtschaft umsetzbar ist und gleichzeitig positive Auswirkungen auf soziale, wirtschaftliche und ökologische Aspekte hat. Die bevorstehende Reform der EU-Agrarförderung biete eine Chance, entsprechende Anreize zu schaffen.

Deutschland hat dank der Unterstützung durch die Bundesregierung eine starke wissenschaftliche Stimme im Weltklimarat. Die Wissenschaft mahnt uns, die Ergebnisse von vielen Jahrzehnten Forschung ernst zu nehmen. Die Folgen der Dürre im vergangenen und in diesem Jahr zeigen uns auch in unseren Breiten, dass wir moderne Technologien nutzen müssen, um nachhaltig mit den natürlichen Ressourcen an Land umzugehen. Aber das, was wir heute können, wird nicht reichen. Langfristig brauchen wir weitere Anstrengungen der Wissenschaft, um beispielsweise dürreresistente Pflanzen zu züchten oder Nahrungsmittel-Ketten zu entwickeln, die zu geringeren Verlusten nach der Ernte führen.

Das geht oftmals nur in internationaler Zusammenarbeit, wie unsere BMBF-Kompetenzzentren zu Klimawandel und Landnutzung im westlichen und südlichen Afrika zeigen.

Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, betont die Bedeutung wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Notwendigkeit moderner Technologien für den nachhaltigen Umgang mit Landressourcen. Er weist darauf hin, dass weitere Forschungsanstrengungen, etwa zur Züchtung dürreresistenter Pflanzen oder zur Reduzierung von Ernteverlusten, erforderlich sind, oft in internationaler Kooperation.

Landnutzung als Verursacher und Senke

Fast ein Viertel der aktuellen menschengemachten Treibhausgasemissionen resultiert aus der Landnutzung, einschließlich Forst- und Landwirtschaft. Gleichzeitig fungiert die Landbiosphäre als natürliche Treibhausgassenke, indem sie fast 30 Prozent der anthropogenen CO2-Emissionen durch Vegetation und Böden bindet.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind bereits spürbar. Eine zunehmende globale Erwärmung wird voraussichtlich negative Folgen für Ernteerträge, Nahrungsmittelversorgung, Nahrungsmittelpreise und Wasserverfügbarkeit haben. Zu den gravierenden Risiken zählen Vegetationsverlust, Artensterben, vermehrte Waldbrände, Boden- und Küstenerosion sowie das verstärkte Auftauen von Permafrostböden.

Wirksame Gegenmaßnahmen

Es existieren wirksame Maßnahmen, die sowohl dem Klimawandel als auch der Landdegradierung entgegenwirken. Dazu gehören nachhaltiges Land- und Forstmanagement sowie Anpassungen im Ernährungssystem, wie die Reduzierung von Nahrungsmittelverschwendung und weniger ressourcenintensive Ernährungsweisen.

Ein schnelles Handeln ist entscheidend, um irreversible Folgen für die Ernährungssicherheit und terrestrische Ökosysteme abzuwenden. Die Kosten der Klimawandelfolgen würden in vielen Bereichen die Kosten schneller Klimaschutzmaßnahmen deutlich übersteigen.

08.08.2019

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