Dünger und Substrate

IVG erwartet Preisanpassungen bei Substraten

Eine Blitzumfrage des IVG zeigt, dass Unternehmen weiterhin mit steigenden Kosten für Energie, Logistik und Rohstoffknappheit konfrontiert sind. Handel, Gartenbau und Verbraucher müssen sich auf höhere Preise für Kultursubstrate und Pflanzerden einstellen.

Herausforderungen und Preisanstiege in der Substratbranche

Der Industrieverband Garten (IVG) e.V. hat eine Blitzumfrage unter seinen Mitgliedern aus dem Segment Substrate, Erden und Ausgangsstoffe durchgeführt. Die Erhebung fokussierte sich auf die Verfügbarkeit und Preisentwicklung von Substratausgangsstoffen sowie die allgemeine Branchenentwicklung. Ein zentrales Ergebnis ist, dass Unternehmen weiterhin mit steigenden Kosten in den Bereichen Energie und Logistik sowie einer anhaltenden Rohstoffknappheit konfrontiert sind.

Der Verband prognostiziert, dass sich Handel, Gartenbau und Verbraucher auf weiter steigende Preise für Kultursubstrate und Pflanzerden einstellen müssen.

Mit der Umfrage wollten wir ein kurzes Stimmungsbild über die aktuelle und künftige Lage unter den Substratherstellern einfangen. Dabei ging es uns in erster Linie um die derzeitige Verfügbarkeit und Preisentwicklung der Substratausgangsstoffe, aber auch um allgemeine Entwicklungen und Themen, welche die Branche umtreiben.

Dies erklärte Philip Testroet, Referent Gartenbau und Umwelt beim IVG. Alle teilnehmenden Unternehmen berichteten, dass insbesondere organische Produkte wie Schwarz- und Weißtorf, Pinienrinde und Kokosprodukte derzeit schlecht verfügbar sind, was zu rapiden Preisanstiegen führt. Die Preise für Grüngutkompost sind in diesem Bereich am stabilsten, zeigen aber ebenfalls eine steigende Tendenz. Bei anorganischen Produkten wie Ton, Sand und Perliten ist ebenfalls eine Preiserhöhung festzustellen, die jedoch im Durchschnitt geringer ausfällt als bei organischen Substratausgangsstoffen.

Zusätzlich belasten Preissteigerungen in den Bereichen Energie, Logistik, Kunststoffe und Düngerprodukte die Branche. Die gestiegenen Energiekosten resultieren aus hohen Gas- und Strompreisen sowie der steigenden CO2-Bepreisung. Erhöhte Preise für Kunststoff und Dünger stehen im Zusammenhang mit den stark gestiegenen Kosten für Rohöl beziehungsweise Gas, die beide für deren Herstellung benötigt werden.

Aufgrund der angespannten Situation durch die Rohstoffknappheit und der weiterhin erhöhten Einkaufspreise gehen wir davon aus, dass die Preise für Handel, Endverbraucherinnen und -verbraucher sowie den Gartenbau zwangsläufig steigen werden.

So bilanzierte Testroet die Umfrageergebnisse.

Aktuelle und zukünftige Herausforderungen

Die Unternehmen wurden auch nach ihrer Prognose für die nächsten fünf Jahre befragt. Ein Großteil der Firmen erwartet, dass die Torfersatzquote in fünf Jahren gestiegen sein wird und gleichzeitig die Verfügbarkeit von Torf weiter abgenommen haben wird. Die Einschätzung der betrieblichen Situation in der Zukunft ist ausgeglichen.

Als größte aktuelle Herausforderungen nannten viele Unternehmen die Einhaltung politischer Anforderungen, die Aufrechterhaltung der Lieferketten im Warenein- und -ausgang sowie die Lieferfähigkeit angesichts der knappen Verfügbarkeit von Torf und Dünger. Der Übergang zu torfreduzierten Produkten wird zudem einen Wettbewerb um potenzielle Ersatzrohstoffe auslösen und der Branche weitere, unkalkulierbare Kostensteigerungen aufbürden.

Einzelne Unternehmen schließen einen Umsatzrückgang nicht aus, da Endverbraucher theoretisch auf den Kauf teurer Zierpflanzen verzichten könnten. Es wird zudem darauf hingewiesen, dass Substrate auch für den Anbau von Lebensmitteln benötigt werden und ein Preisanstieg hier ein weiterer Faktor für steigende Lebenshaltungskosten sein könnte.

11.02.2022

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