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Rückblick auf ein ungewöhnliches Gartenjahr: Wetterextreme prägten die Vegetation

Das vergangene Gartenjahr war von außergewöhnlichen Wetterbedingungen geprägt, die sich nachhaltig auf die Vegetation auswirkten. Insbesondere Winter 2010 und Frühjahr 2011 stellten Gärtner vor große Herausforderungen.

Winterliche Herausforderungen und frühe Frühlingsboten im Garten

Der Dezember 2010 war der kälteste seit 1969 und brachte vor allem in Nordbayern rekordverdächtige Schneemengen. Während die Schneedecke die Pflanzen vor Frost schützte, führte sie bei Buchs, Koniferen, kleineren Hecken und Rosen mancherorts zu Brüchen. Mäuse nutzten den Schutz der Schneedecke, um unbemerkt an Rosen, Clematis und anderen Gehölzen zu nagen.

Nach den schneereichen Weihnachtsferien setzte Tauwetter ein, begleitet von ausgiebigem Regen in Nordbayern. Dies führte in Franken und an der Donau zu Hochwasser, das Äcker und Gärten überschwemmte. Die Böden der betroffenen Gärten trockneten im Frühjahr jedoch gut ab. Im Februar lagen die Temperaturen im Durchschnitt, wobei einige warme Tage über 10 °C die Haselblüte frühzeitig einleiteten. Südbayern verzeichnete in dieser Zeit viele Sonnenstunden und lediglich ein Drittel der üblichen Niederschläge.

Trockenheit und Frost im Frühjahr

Der März war ebenfalls von Trockenheit geprägt, was in einigen Regionen sogar zu Waldbrandgefahr führte. Trotz angenehmer Tagestemperaturen bremsten kühle Nächte das Pflanzenwachstum. Besonders gefährdet waren Gehölze auf durchlässigen Böden, die im Herbst nicht ausreichend einwurzelten und nicht bewässert werden konnten. Der März war der sonnigste seit 1953. Das erste Aprilwochenende beschleunigte das Pflanzenwachstum, und der April blieb warm, sonnig und trocken.

In Würzburg und anderen nordbayerischen Regionen fiel nur ein Drittel der üblichen Regenmenge. Südbayern erhielt etwa die Hälfte der normalen Niederschläge. Gewitter am Monatsende brachten nur regional Linderung. Die Temperaturen lagen durchschnittlich 4 °C über dem Normalwert, was zu einer schnellen, aber kurzen Blüte der Frühjahrsblüher führte. Rebstöcke trieben stark aus, und Obstbäume blühten 14 Tage früher als üblich. Ostern Ende April war von sommerlichen Temperaturen geprägt.

Ein plötzlicher Temperatursturz in den Nächten vom 4. auf den 5. Mai brachte Temperaturen von bis zu minus 8 °C. Dieser Spätfrost vernichtete den Wachstumsvorsprung. Weiche, frische Triebe erfroren, ebenso wie Blüten und Fruchtansätze von Obstgehölzen. Die Kirschen- und Zwetschgenernte fiel in Mittelfranken fast vollständig aus. Einige Winzer erlitten je nach Lage Totalausfälle bei ihren Reben, obwohl viele Traubenstöcke wieder austrieben. Die verspätete Blüte konnte jedoch nur teilweise ausreifen. Erdbeerbauern waren ebenfalls stark betroffen, da die Blüten nach dem Frost schwarz wurden und keine Früchte mehr hervorbrachten. Auch Walnussbäume wurden geschädigt, was in vielen Regionen zu einer schlechten Nussernte führte.

Viele Ziergehölze wie Ahorn, Tulpenbaum oder Magnolien waren ebenfalls stark vom Frost betroffen, trieben jedoch wieder gut durch, sodass der Schaden nach einigen Wochen kaum noch sichtbar war. Die Auswirkungen des Spätfrosts zeigten sich regional unterschiedlich: In Senken und windoffenen Lagen sanken die Temperaturen besonders tief, während auf Hügeln und in Siedlungen der Schaden geringer ausfiel.

Folgen der Trockenheit und frühe Schädlingsentwicklung

Trotz der Frostnächte war der Mai insgesamt 2 °C wärmer als im Durchschnitt. Während ein Großteil der Obsternte verloren war, konnten geschädigte Triebe von Ziergehölzen aus schlafenden Augen wieder austreiben. Die anhaltende Trockenheit bremste jedoch den Austrieb und das Wachstum von Stauden und Gehölzen. An der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes im Landkreis Coburg fielen im gesamten Monat nur 3,6 Liter Regen, in Bamberg fast 80 % weniger als normal. Südbayern erholte sich schneller von den Frostnächten, da hier in einigen Regionen etwa 30 % mehr Niederschlag fiel.

Das Frühjahr 2011 war das wärmste und sonnenreichste seit 1948 und das trockenste seit dem Hungerjahr 1946. Ungewöhnlich war das frühe Auftreten von Echtem Mehltau, der von den trocken-warmen Bedingungen im April profitierte. Die Blattläuse profitierten ebenfalls vom sommerlichen Frühlingsklima und fanden frühzeitig zartes Blattwerk vor. Der Blattlausboom wiederum begünstigte die Vermehrung von Nützlingen wie Marienkäfern, wodurch die Läuse bis zum Sommer wieder verschwanden.

01.12.2011

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