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Ökologie und Ökonomie in der Landwirtschaft: Innovationen für nachhaltige Praxis

Moderne Umwelttechnik bietet der Landwirtschaft Lösungen, um hohe Kosten und geringe Erträge zu bewältigen. Die DBU präsentierte Innovationen, die zeigen, dass sich Ökologie und Ökonomie nicht ausschließen müssen. Diese Ansätze verbinden wirtschaftliches Arbeiten mit Umweltschutz.

Nachhaltige Landwirtschaft: Herausforderungen und Lösungsansätze

Die Landwirtschaft steht vor der Herausforderung, hohe Kosten und geringe Erträge zu bewältigen. Gleichzeitig müssen Betriebe Dünger, Treibstoff und Futtermittel effizient einsetzen und steigende Umweltauflagen erfüllen. Moderne Umwelttechnik bietet hier Lösungsansätze, die wirtschaftliches Arbeiten mit Umweltschutz verbinden.

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) präsentierte zusammen mit fünf Partnern auf der Agritechnica 2007 entsprechende Innovationen. Diese zeigen, dass Umweltschutz in der Landwirtschaft nicht unpopulär oder unrentabel sein muss.

Die Verbreitung von uns geförderter Technik hat in der Praxis bewiesen, dass sich Ökologie und Ökonomie in der Landwirtschaft nicht ausschließen.

Dies betonte DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde. Die DBU stellte auf 108 Quadratmetern ökologische Innovationen vor, die angesichts steigender Lebensmittelpreise und der Intensivierung des ökologischen Landbaus an Bedeutung gewinnen.

Gezielte Nährstoffausbringung und Biokunststoffe

Ein Beispiel für ökologische Innovation ist der elektronisch gesteuerte Universaldüngerstreuer der Firma B. Strautmann Söhne, entwickelt in Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Osnabrück. Dieses System nutzt Satellitentechnik, um Landwirten präzise Informationen zur individuellen Dosierung von Nährstoffen auf dem Acker zu liefern. Dadurch wird ein optimaler Düngeerfolg erzielt und gleichzeitig eine Überdüngung vermieden, was den gezielten Einsatz von Stallmist, Klärschlamm und anderen organischen Abfällen ermöglicht.

Die H. Hauptner und Richard Herberholz GmbH Co. KG aus Solingen arbeitet an der Entwicklung hochbelastbarer Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe. Diese sollen als Ohrmarken in der Viehhaltung eingesetzt werden und den Witterungsbedingungen während der gesamten Lebensdauer eines Tieres standhalten. Die neuartigen Biokunststoffe können erdölbasierte Kunststoffe ersetzen und tragen zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei. Nach Gebrauch können sie CO2-neutral verbrannt werden, wodurch sie den Treibhauseffekt nicht beeinflussen.

Präzisionslandwirtschaft und Bodenschutz

Für eine optimale Ernte bei gleichzeitiger Minimierung der Umweltbelastung ist die Berücksichtigung von Bodenbeschaffenheit, Grundwasserverlauf und Nährstoffversorgung entscheidend. Prof. Dr. Hermann Auernhammer von der Technischen Universität München-Weihenstephan entwickelte ein System zur Präzisionslandwirtschaft. Dieses System, für das er 2001 mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU ausgezeichnet wurde, ermöglicht Landwirten mittels Satellitennavigation die genaue Bestimmung von Bereichen, in denen Dünge- oder Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden sollen. Dadurch lassen sich Überdüngung und Grundwasserschädigungen reduzieren.

Diese Technik findet auch Anwendung in der Weidewirtschaft. Landwirte können ihre Tierherden vom Computer aus überwachen, steuern und managen, um Überweidung zu vermeiden. Dies reduziert den Bedarf an aufwändiger und kostenintensiver Behirtung.

Die zunehmende Motorleistung und das damit verbundene Gewicht landwirtschaftlicher Traktoren und Fahrzeuge können das Pflanzenwachstum stören und das Wasserspeichervermögen des Bodens beeinträchtigen. Um diesen Effekten entgegenzuwirken, entwickelte Prof. Dr. Ludwig Volk von der Fachhochschule Südwestfalen einen Reifenregler. Dieser ermöglicht die Anpassung des Reifendrucks, wodurch sich die Bodenkontaktfläche vergrößern oder verkleinern lässt. So kann der Druck auf den Untergrund je nach Bedarf verringert oder erhöht werden. Dies führt dazu, dass der Boden nach der Ernte weniger gelockert werden muss und seine natürliche Struktur weitgehend erhalten bleibt. Der automatische Reifenregler spart zudem zehn Prozent Kraftstoff und reduziert den Reifenverschleiß.

Wir müssen die landwirtschaftliche Bewirtschaftung ständig weiterentwickeln, um den zunehmenden Anforderungen im Umweltschutz gewachsen zu sein.

Die DBU hat seit 1991 insgesamt 49 Projekte in der Landtechnik mit einem Fördervolumen von 8,9 Millionen Euro unterstützt und plant, dieses Engagement fortzusetzen.

09.11.2007

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

DBU - Deutsche Bundesstiftung Umwelt

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