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Kiesgärten: Pflegeleichte Gestaltung für Mensch und Natur

Kiesgärten bieten eine attraktive Möglichkeit, den Pflegeaufwand im Garten zu reduzieren, ohne auf eine ansprechende Gestaltung verzichten zu müssen. Richtig angelegt, können sie eine vielfältige und wandelbare Umgebung schaffen, die nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch Lebensraum für Insekten und Eidechsen bietet.

Die Faszination und Herausforderung von Kiesgärten

Kiesgärten bieten eine attraktive Möglichkeit, den Pflegeaufwand im Garten zu reduzieren, ohne auf eine ansprechende Gestaltung verzichten zu müssen. Richtig angelegt, können sie eine vielfältige und wandelbare Umgebung schaffen, die nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch Lebensraum für Insekten und Eidechsen bietet.

Rainer Berger von der Bayerischen Gartenakademie in Veitshöchheim betont, dass ein echter Kiesgarten weit mehr ist als eine bloße Ansammlung von Steinen. Er warnt davor, Kiesgärten mit einer Steinwüste zu verwechseln, die oft nur kurzfristig Freude bereitet und langfristig mehr Pflege erfordert als erwartet. Eine falsche Anlage, beispielsweise mit großen Mengen weißen Carrara-Marmors und wenigen Formgehölzen, führt schnell zu Problemen wie Algenbildung und der Ansammlung von Laub, was den Eindruck eines ungepflegten Gartens vermittelt.

Historische Entwicklung und Vorbilder

Die Idee, steinige Böden in die Gartengestaltung zu integrieren, ist nicht neu. Schon im Barock wurden farbige Splitte in Beeten verwendet, und in Japan sind sauber geharkte Kiesflächen als symbolische Gewässer bekannt, auch wenn diese einen hohen Pflegeaufwand erfordern. Die moderne Interpretation des Kiesgartens, wie sie heute verstanden wird, wurde maßgeblich von der britischen Gärtnerin Beth Chatto geprägt. Sie begann 1960 in Essex, auf einem trockenen Landstrich einen Trockengarten anzulegen, der bis heute ohne künstliche Bewässerung auskommt. Chattos Ansatz, Pflanzen für schwierige, natürliche Lebensräume zu nutzen, wurde zum weltweiten Vorbild für pflegeleichte Pflanzengesellschaften.

In der Natur erobern sich Pflanzen steinige Böden beispielsweise entlang von Gebirgsflüssen, in trockenen Steppen oder auf Bergen. Diese natürlichen Vorbilder zeigen, wie vielfältige Lebensräume auf Stein, Split und Schotter entstehen können.

Pflanzenauswahl und Standortbedingungen

Für einen Kiesgarten eignen sich Pflanzen, die an Hitze und Trockenheit angepasst sind, da sich Steine schneller aufheizen als Erde. Dazu gehören viele Gräser, Euphorbien, Fetthennen, Steingartenpflanzen, Ginster sowie kleine Bäume wie die Felsenbirne oder Ölweide. Auch Kräuter wie Thymian, Salbei und Lavendel fühlen sich in Kiesgärten wohl, ebenso wie auffälligere Pflanzen wie Palmlilien und Steppenkerzen. Zwiebelpflanzen wie Iris, Kugellauch, Tulpen und Hyazinthen setzen im Frühjahr leuchtende Akzente.

Ideale Voraussetzungen für einen Kiesgarten bieten sandig-steinige Böden in sonnenexponierter Lage. Hier kann eine dicke Schicht groben Splits oder Kies um die passenden Pflanzen aufgetragen werden. Entscheidend ist dabei ein unkrautfreier Untergrund und die passende Korngröße der Steine für die gewählten Pflanzen. Auf feuchten, lehmigen oder tonigen Böden, im Schatten, Halbschatten oder in kühlen Senken gedeihen die meisten wärmeliebenden Pflanzen aus natürlichen Kieslandschaften in der Regel nicht.

Pflege und Gestaltung

Obwohl Kiesgärten als pflegeleicht gelten, erfordert ihre Attraktivität dennoch einen gewissen Arbeitsaufwand. Das konsequente Entfernen von unerwünschten Pflanzen ist wichtig, um ein ansprechendes Gartenbild zu erhalten. Mit der Zeit können sich in gut angelegten Kiesgärten dichte Grünflächen entwickeln, die aufgrund des Lichtmangels das Aufkommen weiterer Pflanzen reduzieren.

Die Bayerische Gartenakademie in Veitshöchheim bietet Seminare an, die die Vielfalt, Voraussetzungen, Pflanzenwahl und Gestaltung von Kiesgärten in Theorie und Praxis vermitteln. Dort können Interessierte positive Beispielgärten besichtigen, die zeigen, wie sich ein attraktives Bild über die Jahreszeiten hinweg wandelt und mehr Grün als Stein aufweist.

Seminare der Bayerischen Gartenakademie

Die Bayerische Gartenakademie, gegründet 1994, bietet jährlich kostengünstige Seminare für Freizeitgärtner in ganz Bayern an. Im Jahr 2014 stehen unter anderem die Themen Obstbaumpflege, Hausrebstock, Boden und Kiesgärten auf der Agenda.

Das Seminar "Kiesgärten – richtig schön" findet am Mittwoch, den 21. Mai, in der LWG in Veitshöchheim statt. Es richtet sich an alle, die mehr über die Gestaltung und Pflege dieser beliebten Gartenform erfahren möchten. Die Seminargebühren betragen 20 Euro und beinhalten Tagungsmaterialien und Getränke. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, eine Anmeldung und Bestätigung sind erforderlich.

Anmeldungen sind zu richten an die Bayerische Gartenakademie, An der Steige 15, 97209 Veitshöchheim. Telefonisch ist die Akademie unter (0931) 9801-158 (nur vormittags) erreichbar, per Fax unter (0931) 9801-139 oder per E-Mail an bay.gartenakademie@lwg.bayern.de.

07.12.2013

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