UBA-Jahresbericht 2006: Klimaschutz und Ressourcenschonung als zentrale Aufgaben
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Professor Dr. Andreas Troge, präsentierten den UBA-Jahresbericht 2006. Der Bericht beleuchtet den Klimaschutz als zentrale politische Aufgabe der Bundesregierung. Ebenso wichtig sind der Schutz der Bevölkerung vor umweltbedingten Gesundheitsschäden und der nachhaltige Umgang mit Ressourcen.
Gabriel betonte, dass die Bundesregierung mit dem verabschiedeten Klimaschutz-Paket die richtigen Weichen gestellt habe. Er forderte schnelles und entschlossenes Handeln, da keine Zeit zu verlieren sei. Das Umweltbundesamt unterstützt die Umsetzung des Klimaschutzprogramms maßgeblich. Ein Schwerpunkt des Jahresberichts liegt auf der Schonung natürlicher Ressourcen.
Nach Ansicht des UBA liegen große Einsparpotenziale im Bereich Abfall.
Anstatt die knapper werdenden Vorräte an Gas, Öl oder Kohle zu verfeuern, sollten wir einen größeren Teil unseres Energiebedarfs auch aus Abfällen decken.
Allein durch die optimierte Nutzung landwirtschaftlicher Reststoffe, Bioabfälle aus Haushalten sowie Gülle und Stroh könnten jährlich rund 15 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden. Weitere drei Millionen Tonnen ließen sich durch verbesserte Wärmenutzung in bestehenden Hausmüllverbrennungsanlagen erzielen. Zwischen 1990 und 2005 trug die Abfallwirtschaft in Deutschland mit etwa 46 Millionen Jahrestonnen CO2-Äquivalenten rund ein Fünftel zur gesamten Emissionsminderung in diesem Zeitraum bei.
Professor Dr. Andreas Troge hob hervor, dass eine intakte Umwelt die beste Gesundheitsvorsorge sei.
Wir schützen Luft, Wasser, Boden und andere natürliche Ressourcen nicht allein um ihrer selbst willen, sondern weil sie Lebensgrundlage für uns Menschen sind.
Er stellte Ergebnisse einer deutschlandweiten Erhebung zur Umweltbelastung von 3- bis 14-jährigen Kindern vor. Diese Daten des dreijährigen Kinder-Umwelt-Surveys liefern erstmals repräsentative Aussagen zur Schadstoffbelastung von Kindern in Deutschland.
Die Erhebung zeigte, dass die Belastung der Kinder mit Schimmelpilzen weiterhin zunimmt; acht Prozent der Kinder weisen Sensibilisierungen gegen Innenraum-Schimmelpilze auf. Bei allen untersuchten Kindern wurden zudem seit Jahrzehnten verbotene Stoffe wie das Pflanzenschutzmittel DDT nachgewiesen. Auch Weichmacher für Kunststoffe waren im Urin aller Kinder feststellbar. Auffällig ist zudem, dass 14 Prozent der Kinder eine Gehörschädigung aufweisen und sechs Prozent sich laut Elternangaben durch Straßen- und Fluglärm gestört fühlen.
UBA-Präsident Troge betonte die negativen Auswirkungen von Lärm:
Der Straßenverkehr ist eine dominierende Geräuschquelle, und seine negativen Auswirkungen dürfen wir nicht unterschätzen. Lärm wirkt auf den ganzen Organismus und begünstigt Schlaf-, Konzentrations- und Stoffwechselstörungen sowie Bluthochdruck und Herzkrankheiten, einschließlich des Herzinfarkts.
Ein weiteres Thema des Jahresberichts ist der Schutz der biologischen Vielfalt. Die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung gefährden den schonenden Umgang mit der natürlichen Ressource Biodiversität, also der Vielfalt von Tieren, Pflanzen, Mikroorganismen und Ökosystemen. Weltweit drohen Tausende Tier- und Pflanzenarten zu verschwinden, beeinflusst durch Klimawandel, Entwaldung, Flächenbeanspruchung und Schadstoffbelastung.
Troge erklärte:
Wir wollen die biologische Vielfalt nicht nur schützen, weil wir wissen, was sie uns konkret heute und morgen nutzt, sondern vor allen Dingen deshalb, weil wir nicht wissen, was sie unseren Nachfahren übermorgen nutzen könnte.
Deutschland hat das UN-Übereinkommen zur biologischen Vielfalt unterzeichnet.
Der Jahresbericht 2006 des Umweltbundesamtes ist als Druckfassung bei den Gemeinnützigen Werkstätten Bonn, In den Wiesen 1 - 3, 53227 Bonn, unter der Telefonnummer 01888/305-3355 (zum Ortstarif) oder per Fax unter 01888/305-3356 sowie per E-Mail an uba@broschuerenversand.de kostenlos erhältlich. Der Bericht steht zudem im Internet in den Rubriken „Presse“ oder „Publikationen“ zum Download bereit. Eine englische Fassung des Jahresberichts 2006 wird in Kürze erscheinen.