Naturschutz

Klimagase in Deutschland 2014 deutlich gesunken – Handlungsbedarf bei Verkehr und Landwirtschaft

Die Treibhausgasemissionen in Deutschland sind 2014 signifikant zurückgegangen, doch Verkehr und Landwirtschaft verzeichneten einen Anstieg. Dies erfordert dringende Maßnahmen in diesen Sektoren, um die Klimaziele zu erreichen.

Herausforderungen in Verkehr und Landwirtschaft

Im Verkehrssektor stiegen die Treibhausgasemissionen um 1,2 Prozent auf über 161 Millionen Tonnen CO2. Ursächlich hierfür ist der zunehmende Straßenverkehr. Seit 2005 gab es in diesem Bereich kaum Fortschritte bei der Klimabilanz.

Auch in der Landwirtschaft stagnieren die Bemühungen im Klimaschutz. Die Treibhausgasemissionen der deutschen Landwirtschaft erhöhten sich 2014 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 2,2 Prozent auf insgesamt 66 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Die Bereiche Verkehr und Landwirtschaft wurden für den Klimaschutz viel zu lange vernachlässigt. Das kann so nicht bleiben. Verkehr und Landwirtschaft müssen künftig substantielle Beiträge für den Klimaschutz leisten. Wir brauchen eine Klimawende in allen Sektoren. Der Klimaschutzplan 2050, den die Bundesregierung im Sommer vorlegen will, soll dazu den Weg weisen.

Die Hauptursachen für die Entwicklung in der Landwirtschaft sind gestiegene Emissionen aus der Kalkung und Harnstoffdüngung sowie der Wegfall der Milchquote, der zu einer erhöhten Milchviehhaltung führte. Ebenso trug der vermehrte Einsatz der Vergärung von Energiepflanzen zur Energiegewinnung zur Steigerung der landwirtschaftlichen Emissionen bei.

Wir brauchen dringend eine verkehrspolitische Zäsur. Dazu gehört unter anderem ein besseres Angebot von Bus und Bahn, mehr Elektromobilität für Autos und Fahrräder und eine Förderung von Fuß- und Fahrradverkehr. Nur so werden wir es schaffen, unsere Klimaziele auch im Verkehr zu erreichen.

Gesamtemissionen und Erfolge bei der Minderung

Insgesamt wurden 2014 in Deutschland 901,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente Treibhausgase ausgestoßen, was einer Reduktion um 43,3 Millionen Tonnen gegenüber 2013 entspricht.

Die größten Minderungen wurden in der Stromerzeugung erzielt, mit einer Reduktion von 20,9 Millionen Tonnen. Dies geschah, obwohl das Stromexportsaldo wie in den Vorjahren weiter anstieg und die damit verbundenen Emissionen in der deutschen Bilanz berücksichtigt werden müssen. Der Ausbau regenerativer Energieträger, insbesondere Windkraft und Photovoltaik, führte zu einem geringeren Einsatz fossiler Energieträger.

Im Bereich der Beheizung von Häusern und Wohnungen wurden, überwiegend witterungsbedingt, weniger Öl und Gas verbraucht. Dadurch konnten 20,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.

03.02.2016

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