Hintergrund und Ziele des Monitorings
In Berlin wurde das „Nationale Monitoring der biologischen Vielfalt in Agrarlandschaften“ initiiert. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert und bindet über 13 Fachinstitute des Thünen Instituts, des Julius Kühn-Instituts sowie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ein.
Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist gesellschaftlich ein wichtiges Thema. Den Insektenschutz zu stärken, ist auch ein zentrales Anliegen von mir und meinem Ministerium. Denn gerade die Land- und Forstwirtschaft sind auf Bestäubung oder Bodenfruchtbarkeit angewiesen. Zudem ist das Vorkommen vieler Arten der Agrarlandschaft untrennbar mit der Landwirtschaft verbunden. Das über das Thema diskutiert wird, ist gut und richtig. Deutlich wird dabei aber, dass die wissenschaftliche Datenbasis ausbaufähig ist. Das bisherige Monitoring funktioniert nur punktuell, es fehlt teilweise an belastbaren Informationen. Darauf reagieren wir nun mit unserem breit angelegten Monitoring, das gleichzeitig anschlussfähig ist an bereits laufende nationale wie internationale Erhebungen. So ermöglichen wir eine verlässlichere Beurteilung sowohl der Ursachen des Artenrückgangs als auch der Wirksamkeit der bisher ergriffenen Maßnahmen. Zudem werden wir die repräsentative Datengrundlage nutzen, um neue Instrumente zur Verbesserung der Artenvielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen zu entwickeln. Um zielgenaue und exakte Lösungen geht es, um den Lebensraum von Insekten bestmöglich zu gewährleisten und zu schützen.
Konzeption und Umsetzung des Monitorings
Das breit angelegte Monitoring ergänzt bestehende naturschutzfachliche Monitoringansätze. Es startet 2019 mit Machbarkeitsstudien zur Entwicklung innovativer Indikatorensysteme und einer Methodenentwicklung für drei Teilbereiche:
- bundesweites generelles Trendmonitoring
- vertiefendes Monitoring zu agrarräumlichen und regionalen Fragestellungen
- ein Citizen Science-basiertes Monitoring, bei dem Landwirte, Verbände und interessierte Bürger bei der Datenerhebung unterstützen
Das Monitoring berücksichtigt neben der Vielfalt und Qualität von Agrarlebensräumen verschiedene Organismengruppen, mit einem Schwerpunkt auf Insekten und den von ihnen erbrachten Ökosystemleistungen. Die Gesamtkoordination des Vorhabens liegt beim Thünen Institut für Biodiversität. Die wissenschaftliche Bearbeitung erfolgt durch das Thünen Institut und das Julius Kühn-Institut. Das Informations- und Koordinationszentrum für biologische Vielfalt in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung ist für die Aufbereitung der Ergebnisse für Politik und Öffentlichkeit zuständig.
Einbettung in bestehende Initiativen
Die Entwicklung eines nationalen Monitorings der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft reiht sich in eine Reihe von Aktivitäten des BMEL zur Verbesserung der landwirtschaftlichen Biodiversität ein. Dazu gehören die Entwicklung einer Ackerbaustrategie, die Umsetzung des „Nationalen Aktionsplans zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln“, die „Zukunftsstrategie ökologischer Landbau“ sowie die BMEL-Eiweißpflanzenstrategie und die Neuregelungen des Düngerechts zur Verringerung von Nährstoffverlusten aus der Landwirtschaft.
Eine Homepage zum landwirtschaftlichen Monitoring wird in Kürze veröffentlicht und soll weitergehende Informationen zu Laufzeit und Umfang der einzelnen Teilbereiche bereitstellen.
