Start und Präsentation des KIWUH
Das bundesweit agierende Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz (KIWUH) hat seine Tätigkeit am 1. Januar 2019 aufgenommen. Das KIWUH wird auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentiert.
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) initiierte den Start des KIWUH unter dem Dach der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).
Mit dem Kompetenz- und Informationszentrum bündeln wir wichtige Aufgaben und Kompetenzen im Bereich Wald und Holz an einem Standort. Gleichzeitig schaffen wir weitere hochqualifizierte Arbeitsplätze im ländlichen Raum in den neuen Bundesländern.
Aufgaben und Zuständigkeiten des KIWUH
Das Kompetenzzentrum unterstützt im Auftrag des BMEL die FNR in ihrer Funktion als Projektträger für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“. Zudem übernimmt das KIWUH die Fach- und Verbraucherinformation zu den Themen Wald, nachhaltige Forstwirtschaft und Holzverwendung sowie deren Beitrag zum Klimaschutz.
Eine weitere Fördersäule, die im KIWUH angesiedelt ist, betrifft die Projektträgerschaft der FNR für den Waldklimafonds. Dieser Fonds wird gemeinsam vom BMEL und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gesteuert. Der 2013 eingerichtete Fonds fördert Maßnahmen zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel sowie zum Erhalt und Ausbau des CO2-Minderungspotenzials von Wald und Holz.
Struktur, Standort und fachliche Leitung
Das Kompetenz- und Informationszentrum ist mit 41 Mitarbeitern als eigene Abteilung innerhalb der FNR angesiedelt. Es hat seinen Sitz im mecklenburgischen Gülzow-Prüzen. Die Leitung des KIWUH obliegt dem Forstwissenschaftler Marcus Kühling.
Die Weltklimakonferenz im Dezember 2018 hat den dringenden Handlungsbedarf zur Erhaltung der Waldökosysteme sowie für eine nachhaltige Wald- und Holzwirtschaft zugunsten von Klima- und Artenschutz erneut verdeutlicht.
Kühling betonte, dass der Forst- und Holzsektor eine Schlüsselbranche auf dem Weg zu einer ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltig handelnden Gesellschaft sei. Stabile und naturnah bewirtschaftete Wälder seien nicht nur ein Rohstofflieferant zur Schonung und zum Ersatz endlicher Ressourcen, sondern stellten auch Lebensräume für geschützte Tier- und Pflanzenarten sowie Erholungsräume für die Bevölkerung dar.
Hintergrund und Förderprogramme
Mit dem Kompetenz- und Informationszentrum Wald und Holz trägt die Bundesregierung dem wachsenden öffentlichen Informationsbedarf zu Fragen nachhaltiger Waldbewirtschaftung und intelligenter Holzverwendung Rechnung. Dies ist in der Waldstrategie 2020 und im Klimaschutzplan 2050 formuliert.
Durch die Übertragung der Projektträgerschaft für den Waldklimafonds auf die FNR betreut das KIWUH über 150 laufende Forschungsvorhaben mit einem Fördervolumen von rund 50 Millionen Euro. Aus dem Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ werden zudem über 100 Projekte zur Stärkung einer nachhaltigen Forstwirtschaft und zur Sicherung der Waldfunktionen sowie mehr als 70 weitere Vorhaben zur nachhaltigen Holzwirtschaft mit einem Gesamtfördervolumen von rund 25 Millionen Euro unterstützt.
Forschungsfelder und Rolle der FNR
Zu den geförderten Forschungsfeldern zählen die Züchtung von Forstsaatgut, das neuen klimatischen und nutzungsbezogenen Anforderungen entspricht, die Entwicklung von Strategien zur Optimierung des naturnahen Waldbaus für die Rohstoffversorgung, die Entwicklung umweltfreundlicher Dämm- und Baumaterialien auf Basis des nachwachsenden Rohstoffs Holz sowie der gesellschaftliche Dialog zu Bioökonomie und Nachhaltigkeit.
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist seit 25 Jahren als Projektträger des BMEL für das Förderprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“ tätig. Seit ihrer Gründung unterstützt die FNR Forschungsprojekte in den Bereichen nachhaltige Forstwirtschaft und innovative Holzverwendung. Seit 2016 ist sie zudem mit operativen Aufgaben bei der Umsetzung der Deutschen Waldtage sowie der Charta für Holz 2.0 betraut und übernimmt Fachinformation und Öffentlichkeitsarbeit.
