BUGA Heilbronn 2019: Eine Gartenschau als Motor der Stadtentwicklung
Das Konzept der Bundesgartenschau (BUGA) Heilbronn 2019, eine Gartenschau mit einer Stadtausstellung zum urbanen Leben zu verbinden, hat sich als erfolgreich erwiesen. Über zwei Millionen Besucher wurden verzeichnet. Mehr als 100 Ausstellungspunkte, 23 wechselnde Blumenschauen und rund 5000 Veranstaltungen prägten das Angebot.
Die BUGA fungierte zudem als Motor der Stadtentwicklung. Der erste Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers Neckarbogen mit 23 Gebäuden wurde termingerecht fertiggestellt. Die Erdgeschossflächen dienten während der BUGA für Ausstellungen zu Themen wie Digitalisierung und Mobilität der Zukunft. Die Weiterentwicklung des Geländes wird nach der BUGA fortgesetzt.
In den letzten Monaten hat sich vor allem die Stadt verändert und die Wahrnehmung nach außen und nach innen. Die Menschen sehen die Stärken Heilbronns erstmals bewusst - als Bildungs- und Wissensstadt und auch als Wirtschaftsstandort. Nie zuvor habe ich gespürt, dass so viele Menschen mächtig stolz sind auf ihre Stadt. Durch die BUGA und das Zusammenspiel vieler Akteure und Partner ist auch die die Region näher zusammengewachsen.
Dies erklärte Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel bei der Abschluss-Pressekonferenz am 27. September 2019. Er ergänzte, dass die Stadtentwicklung mit der BUGA als Katalysator Anerkennung finde. Die Bürger hätten ein neues Selbstwertgefühl entwickelt und eine neue Willkommenskultur gelebt.
Die BUGA Heilbronn 2019 zeigt mehr als alle anderen BUGAs bisher, dass sie ein ausgezeichnetes Instrument ist, um Dinge zu bewegen, die sonst mit großer Wahrscheinlichkeit nicht möglich gewesen wären.
Dieses Fazit zog Hanspeter Faas, Geschäftsführer der Bundesgartenschau Heilbronn 2019 GmbH. Als Beispiel nannte er den ersatzlosen Rückbau der Kalistraße, eines Teilstücks der Bundesstraße 39 entlang des Neckars. Dort verläuft nun die autofreie Uferpromenade des neuen Stadtquartiers Neckarbogen. Ein weiteres Beispiel ist die Qualität der Bebauung im ersten Bauabschnitt des neuen Stadtquartiers Neckarbogen, in dem bereits während der BUGA über 500 Menschen wohnten.
Das Experiment, eine Gartenschau mit einer Stadtausstellung zu kombinieren, ist nicht nur geglückt, sondern ist ein wesentlicher Teil des Erfolgs dieser Gartenschau. Diese BUGA ist nicht das Ergebnis einer ausgeklügelten Marketingstrategie, sondern überzeugt mit ihren inhaltlichen Qualitäten und hat aus sich heraus ausgezeichnet funktioniert.
Das neuartige Konzeptvergabeverfahren nach Nutzungskonzept und Qualität der Architektur, das der Bebauung des Stadtquartiers zugrunde liegt, führte zu einer positiven Resonanz, insbesondere in Fachmedien. Dies wirkte über die Gartenschau hinaus und erreichte ein breiteres Publikum als frühere Gartenschauen. Die Resonanz wirkte sich positiv auf die Stadtgesellschaft aus, die neue Perspektiven für Heilbronn sah und ein neues Image als moderne, zukunftsorientierte und wirtschaftlich starke Stadt erhielt.
Der Umgang der Stadtgesellschaft mit der BUGA macht den Erfolg und die Qualität der BUGA aus. Bei anderen Gartenschauen wurde am Ende zurückgebaut. In Heilbronn wurde 2012 eine Leitentscheidung getroffen und ein Planungskonzept umgesetzt, das nach dem Zwischenstopp BUGA weiterverfolgt wird.
