Naturschutz

Kooperativer Naturschutz in Bayern: Ein bewährtes Modell

Bayern setzt weiterhin auf freiwillige Naturschutzmaßnahmen von Landwirten. Umweltminister Dr. Marcel Huber betont die Bedeutung von Landschaftspflege und Vertragsnaturschutz für das Biodiversitätsprogramm Bayern 2030.

Erfolgreiche Zusammenarbeit für die Natur

Der Schutz der Natur und der Kulturlandschaften in Bayern basiert seit Jahrzehnten auf freiwilligen Maßnahmen von Landwirten. Dieses Modell wird kontinuierlich fortgesetzt. Anlässlich eines Besuchs im Naturschutzgebiet Unslebener Trockenhänge im Landkreis Rhön-Grabfeld äußerte sich der Bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber.

"Unser Ziel ist Naturschutz im gesellschaftlichen Konsens. Den erfolgreichen bayerischen Weg des kooperativen Naturschutzes werden wir konsequent weiterverfolgen. Landschaftspflege und Vertragsnaturschutz sind dabei die wichtigsten Werkzeuge und haben zentrale Bedeutung für die Umsetzung des Biodiversitätsprogramm Bayern 2030."

Das Bayerische Vertragsnaturschutzprogramm honoriert seit 30 Jahren ökologische Leistungen von Landwirten. Dazu gehören naturschonende Beweidung, der Verzicht auf Kunstdünger und Pflanzenschutzmittel sowie die späte Mahd artenreicher Wiesen.

"Der Vertragsnaturschutz beweist seit vielen Jahren, dass sich Landwirtschaft und Naturschutz nicht ausschließen. Mit der Neuauflage des Vertragsnaturschutzprogramms führen wir das erfolgreiche Modell nahtlos fort und entwickeln es inhaltlich deutlich weiter", so Huber.

Weiterentwicklung des Vertragsnaturschutzprogramms

Im Rahmen der neuen EU-Förderperiode, die bis 2020 läuft, wird das Vertragsnaturschutzprogramm ab 2015 neu aufgelegt. Bewährte Maßnahmen bleiben erhalten, während die Vorgaben für Landwirte flexibler gestaltet werden. Eine Neuerung ist die erfolgsorientierte Variante zur Erhaltung artenreichen Grünlands. Hierbei sind Prämienzahlungen nicht an die Einhaltung von Auflagen, sondern an den Erhalt bestimmter Arten in den Wiesen geknüpft. Zukünftig werden zudem Brachestreifen in Wiesen gefördert.

Diese Maßnahmen tragen zum Schutz gefährdeter Arten wie dem Braunkehlchen und verschiedenen Tagfalterarten bei. Da Ziegen als Biotoppfleger auf verbuschten Weiden gelten, wird auch die Ziegenbeweidung im neuen Vertragsnaturschutzprogramm erstmals finanziell unterstützt. Um den Mehraufwand oder geringere Erträge der teilnehmenden Landwirte auszugleichen, werden die Prämien im Vertragsnaturschutz angepasst.

Umfang und Bedeutung des Programms

Aktuell beteiligen sich über 18.000 Landwirte am bayerischen Vertragsnaturschutzprogramm. Sie bewirtschaften 67.000 Hektar Äcker, Wiesen, Weiden und Teiche naturschonend. Dies entspricht zwei Prozent aller landwirtschaftlichen Flächen in Bayern. Jährlich werden bayernweit rund 28 Millionen Euro ausgezahlt, wovon etwa zwölf Millionen Euro aus EU-Mitteln stammen.

Der Landkreis Rhön-Grabfeld nimmt eine Spitzenposition im Vertragsnaturschutz ein. Dort werden rund 5.300 Hektar Flächen naturverträglich bewirtschaftet. Insgesamt 645 Betriebe in diesem Landkreis erhalten jährlich Prämien in Höhe von insgesamt 2,2 Millionen Euro.

01.08.2014

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