Kreislaufwirtschaft mit Holz gewinnt an Bedeutung

Nachhaltigkeit

Holz wird zum Schlüssel für Klimaschutz und Ressourceneffizienz. Wie zirkuläre Nutzung, innovative Baukonzepte und neue Technologien die Verfügbarkeit sichern und wirtschaftliche Vorteile schaffen, zeigt die aktuelle Diskussion rund um die Charta für Holz 2.

Kreislauffähige Holznutzung als Antwort auf knappe Ressourcen und steigenden Bedarf

Die Rolle von Holz in der Kreislaufwirtschaft rückt angesichts von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Waldumbau zunehmend in den Fokus. Auf einer Dialogveranstaltung zur „Charta für Holz 2“ in Berlin diskutierten Fachleute aus Verwaltung, Wissenschaft sowie der Forst- und Holzindustrie über Wege zu einer effizienteren Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs. Mehr als 550 Teilnehmende verfolgten die Veranstaltung vor Ort und online.

Im Zentrum stand die Frage, wie Holz im Kreislauf geführt werden kann, um die Transformation hin zu einer zirkulären Bioökonomie zu unterstützen. Dabei ging es insbesondere um ressourceneffiziente Nutzungskonzepte und die stärkere Einbindung von Sekundärrohstoffen im Cluster Forst und Holz.

Holz als Schlüsselressource für den Klimaschutz

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir betonte die zentrale Bedeutung von Holz als wichtigstem nachwachsenden Rohstoff in Deutschland. Neben seiner vielseitigen Verwendbarkeit spielt vor allem die Fähigkeit zur langfristigen Kohlenstoffbindung eine entscheidende Rolle.

„Wir brauchen Holz dringend, um die Herausforderungen unserer Zeit wie die Klimakrise zu bewältigen“

Özdemir unterstrich zudem, dass Holz vorrangig stofflich genutzt werden sollte, sofern dies technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist. Die langfristige Nutzung im Kreislauf sei angesichts begrenzter Ressourcen ein wesentlicher Baustein der geplanten Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie.

„Die langfristige Nutzung von Holz in der Kreislaufwirtschaft ist angesichts begrenzter Ressourcen ein ganz entscheidender Schlüssel“

Zirkularität als wirtschaftlicher Vorteil

Auch aus ökonomischer Sicht gewinnt die Kreislaufführung von Rohstoffen an Bedeutung. Deutschland liegt bei Patenten für sogenannte „saubere Technologien“ mit 37 Prozent innerhalb der EU vorn. Die Zirkularitätsrate betrug zuletzt 13 Prozent und liegt damit über dem EU- und weltweiten Durchschnitt.

Gleichzeitig zeigen aktuelle Daten, dass künftig weniger Holz aus den Wäldern verfügbar sein wird, unter anderem durch den steigenden Anteil langsamer wachsender Laubbäume. Daraus ergibt sich zusätzlicher Druck, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen.

„Wirtschaftlich sind die im Vorteil, die es schaffen, ihre Rohstoffe wieder einzusammeln“

Praxisbeispiele für zirkuläre Holznutzung

Konkrete Ansätze für die Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft im Holzsektor präsentierten mehrere Unternehmen. Das Start-up TRIQBRIQ entwickelte ein modulares Bausystem aus Holzbausteinen, die aus Industrie-, Recycling- und Kalamitätsholz bestehen. Die Bausteine ermöglichen eine wiederverwendbare Bauweise.

Die Concular GmbH setzt auf digitale Lösungen für zirkuläres Bauen und unterstützt die Wiederverwendung von Baumaterialien. Einen technologischen Ansatz verfolgt die Voodin Blade Technology GmbH, die Rotorblätter für Windkraftanlagen aus Holz fertigt und damit neue Einsatzfelder erschließt.

Als strategischer Rahmen gelten unter anderem die sogenannten R-Strategien, die den Übergang von Primär- zu Sekundärrohstoffen fördern sollen. In themenspezifischen Diskussionsformaten wurden zudem Herausforderungen und nächste Schritte für die Branche erarbeitet.

Charta für Holz 2 als Leitlinie

Die „Charta für Holz 2“ bildet seit 2017 den Handlungsrahmen für die nachhaltige Nutzung von Holz in Deutschland. Ziel ist es, Klimaschutz, Ressourcenschonung und die Stärkung ländlicher Räume miteinander zu verbinden. Die Umsetzung erfolgt über definierte Handlungsfelder und Arbeitsgruppen im Cluster Forst und Holz.

Organisiert und begleitet werden diese Prozesse von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Eine Steuerungsgruppe koordiniert die strategische Weiterentwicklung der Initiative und sorgt für den kontinuierlichen Dialog zwischen den beteiligten Akteuren.

Weitere Informationen:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

OT Gülzow - Hofplatz 1
18276 Gülzow-Prüzen
Deutschland

Tel.: +49 3843 6930-0
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