Beetpflanzen und Gehölze

Lärchenallee und autochthone Gehölze an der Großherzoglichen Grabkapelle

Die Lärchenallee bei der Großherzoglichen Grabkapelle in Karlsruhe wurde kürzlich verjüngt und durch die Pflanzung kräftiger Lärchensetzlinge ergänzt. Parallel dazu erfolgte eine Neubepflanzung der direkten Umgebung des Wächterhauses mit einheimischen Gehölzen.

Autochthone Gehölze am Wächterhaus der Grabkapelle

Für die Bepflanzung am Wächterhaus der Großherzoglichen Grabkapelle wurden gezielt autochthone Gehölze wie Holunder, Hasel, Hundsrosen und Schlehe ausgewählt. Diese Pflanzenarten sind seit langer Zeit ohne menschlichen Eingriff in der Region heimisch und verbreitet. Die hainartige Bepflanzung des Gartenbereichs am Wächterhaus schafft eine optische Trennung zur Allee, die zur Kapelle führt. Eine neu gepflanzte Eberesche bildet zudem einen Blickpunkt im Gartenbereich.

Die Planung und Begleitung der Gartengestaltung erfolgte durch Peter Zöllner, Referatsleiter des Grünflächenmanagements vom Amt Karlsruhe von Vermögen und Bau Baden-Württemberg. Die ausschließliche Verwendung autochthoner Gehölze begründet sich darin, dass das Ensemble im Landschaftsschutzgebiet Hardtwald liegt. Christina Ebel, Leiterin der Schlossverwaltung Bruchsal, und Amtsleiterin Ursula Orth von Vermögen und Bau, Amt Karlsruhe, betonten die Bedeutung dieses Ansatzes:

Auch die Grünflächenpflege werden wir nach den Regeln der Biodiversität vornehmen, so dass hier jetzt ein vielfältiger Lebensraum geschaffen wird.

Die Lärchenallee als Teil der Fächerstadt Karlsruhe

Die nachgepflanzten Lärchen in der Allee ersetzen Exemplare, die Ende letzten Jahres beschädigt wurden. Die Lärchenallee ist einer der 32 Strahlen der Fächerstadt Karlsruhe. Diese Planstadt, vor über 300 Jahren auf einem gleichmäßigen Grundriss angelegt, ist bekannt für ihre Fächerform. Vom Schloss der Markgrafen und späteren Großherzöge ausgehende Strahlen gliedern die Stadt sowie die weitläufigen Wald- und Parkgebiete.

Die Lärchenallee stellt einen dieser historischen Strahlen dar und verbindet das Residenzschloss des 18. Jahrhunderts geradlinig mit der Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Grabkapelle.

Das Wächterhaus als Besucherempfang der Grabkapelle

Die Großherzogliche Grabkapelle ist ein bedeutendes Monument der badischen Geschichte. Seit 2020 dient das Wächterhaus, das zum Ensemble des Mausoleums gehört, als Besucherzentrum. Es bietet einen Kassenbereich, einen Shop und einen Informationsraum. Im Ausstellungsraum des Wächterhauses sind Informationen zur Geschichte des Bauwerks verfügbar.

Das Amt Karlsruhe des Landesbetriebs Vermögen und Bau Baden-Württemberg sanierte das historische Wächterhaus und richtete gemeinsam mit den Staatlichen Schlössern und Gärten Baden-Württemberg die neuen Besuchereinrichtungen ein. Das Wächterhaus ist barrierefrei zugänglich; im Zuge der Neueinrichtung wurde auch der Hof des Gebäudes neu gestaltet.

Die Geschichte der Großherzoglichen Grabkapelle

Die Großherzogliche Grabkapelle ist ein architektonisches Kleinod des 19. Jahrhunderts, das sich an Vorbildern gotischer Kathedralen des mittelalterlichen Frankreichs orientiert. Im Innenraum befinden sich drei Grabmale aus weißem Marmor, die an Prinz Ludwig Wilhelm und seine Eltern erinnern. Diese Werke stammen vom Karlsruher Bildhauer Hermann Volz. In der Gruft unter der Kapelle sind zahlreiche Mitglieder der Familie der Großherzöge von Baden bestattet.

Die Grabkapelle ist das einzige großherzogliche Bauwerk in Karlsruhe, das den Zweiten Weltkrieg weitgehend unbeschädigt überstand. Der Bau wurde 1889 von Friedrich I. von Baden in Auftrag gegeben, um nach dem Tod seines Sohnes Ludwig Wilhelm einen Ort der ungestörten Trauer zu schaffen, der nah am Schloss, aber dennoch abgeschieden war. Die bisherige Grablege in der Stadtkirche am Marktplatz bot diese Möglichkeit nicht.

Führungen und Investitionen in die Grabkapelle

Die Grabkapelle zieht heute viele Besucher an, die im Schlossgarten und Hardtwald spazieren gehen. In den letzten Jahren wurden rund 700.000 Euro in die Anlage investiert. Seit Juni 2019 erfolgten abschnittsweise Sanierungen an Fassade und Dach der Grabkapelle für etwa 2,3 Millionen Euro.

Die Staatlichen Schlösser und Gärten Baden-Württemberg bieten in der Sommersaison regelmäßige Führungen an, die verschiedene Themen beleuchten, darunter die Grabkapelle als Baudenkmal oder als Zeugnis der Bildhauer- und Steinmetzkunst. Dabei wird auch die Gruft mit den Sarkophagen der badischen Herrscherfamilie besichtigt. Aktuelle Führungstermine sind auf der Internetseite der Grabkapelle verfügbar. In den Wintermonaten bleibt die Grabkapelle geschlossen.

29.01.2022

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