Park- und Aussenanlagen

Landesgartenschau 2010: Baubeginn im Stadtpark Aschersleben

In Aschersleben beginnen die Landschaftsbauarbeiten für die Landesgartenschau 2010. Der Stadtpark und das Rosarium werden neugestaltet, wobei historische Elemente mit modernen Akzenten verbunden werden. Die Firma Traunsberger aus Hoym übernimmt die umfangreichen Pflanzarbeiten.

Neugestaltung des Stadtparks mit historischem Bezug und modernen Elementen

Der Stadtpark, der ab 1820 als Friedhof diente und später auch eine Baumsammlung sowie einen Schulgarten beherbergte, wird bis zur Eröffnung der Landesgartenschau geschlossen bleiben. Ziel der Gestaltung ist es, den ursprünglichen Parkcharakter vor dem Krieg wiederherzustellen und mit zeitgenössischen Elementen zu ergänzen. Der Park und das angrenzende Rosarium stehen wie die Herrenbreite unter Denkmalschutz, was eine besondere Situation für eine Gartenschau darstellt.

Entlang der ehemaligen Friedhofsmauer entstehen sogenannte Schatzkammern, die später zu Themengärten erweitert werden. Einige dieser Kammern sind für Kinder vorgesehen und beherbergen Spielgeräte. Die Beleuchtung des Parks wird ebenfalls erneuert.

Im Zentrum des Parks kreuzen sich Linden- und Ahornalleen, deren Ursprünglichkeit wieder herausgearbeitet werden soll. Hier entsteht als neues Herzstück eine übermannshohe Globus-Skulptur. Diese begehbare Freiraumskulptur aus Metall ist eine Reminiszenz an Adam Olearius' Gottorfer Globus. In ihrem Inneren ist der Sternenhimmel dauerhaft sichtbar.

Rund um den Globus werden Staudenpflanzungen nach Tierkreiszeichen geordnet angelegt, ähnlich der Anordnung von Büchern in Olearius' Bibliothek. Jedes Sternzeichen erhält einen Bereich der sogenannten Phytothek (Pflanzenbibliothek). Die Beete sind farblich auf die jeweiligen Tierkreiszeichen abgestimmt, um deren Charaktereigenschaften auszudrücken. So entstehen zwölf Pflanzbänder, zwischen denen Planetenplätze zum Verweilen einladen. Diese sind mit Formgehölzen besetzt, die den Globus in sein planetarisches Bezugssystem einbetten.

Entlang der Friedhofsmauer werden blühende Schattensträucher wie Azaleen, Rhododendren und Hortensien gepflanzt, um kammerartige Freiräume zu schaffen. Diese "Kunstkammern" sind inspiriert von Olearius' Gottorfschen Kunstkammern und sollen gärtnerische und künstlerische Inszenierungen sowie Spielelemente aufnehmen. Kuriositäten in Form von bekletterbaren und wippenden Spielskulpturen laden Kinder zum Entdecken ein.

Das Rosarium: Historische Rekonstruktion und moderne Akzente

Der historische Rosengarten aus den 1930er Jahren bildet zusammen mit dem Stadtpark eine der vier Gartenschauflächen. Er wird nach historischem Vorbild rekonstruiert und mit modernen gartenkünstlerischen Akzenten versehen. Im Zentrum des Rosariums befindet sich ein Rondell mit einer sanierten Brunnenanlage und Rundbänken, die teilweise am historischen Standort platziert werden. Der Brunnen besteht aus einem Wasserbecken und einer erhöhten Wasserschale mit Fontäne, dessen Nachbau durch detaillierte Zeichnungen und alte Fotos ermöglicht wird. Neue Rosenbögen verschönern den Eingang zum Rondell.

Die Rosenbeete präsentieren sowohl historisch nachgewiesene Sorten als auch moderne Züchtungen. Rosenstämmchen setzen Akzente an den Wegekreuzen und fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Wechselpflanzungen gestalten die runden Schmuckbeete entsprechend den Jahreszeiten.

Verbindung von Historie und Moderne: Das "Olearius-Prinzip"

Die Landesgartenschau Aschersleben 2010 ist eng mit der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau 2010 verbunden. Dies bietet die Möglichkeit, die Innenstadt aufzuwerten und nachhaltig zu entwickeln. Die Stadt investiert rund 32 Millionen Euro in die Neugestaltung von 15 Hektar innenstädtischer Fläche. Ziel ist es, die Lebensqualität im Zentrum zu erhöhen und die Stadt touristisch zu profilieren, im Gegensatz zu herkömmlichen Gartenschauen, die oft Brachflächen am Stadtrand gestalten.

Der Gelehrte Adam Olearius, 1599 in Aschersleben geboren, ist der geistige Vater und die Leitfigur der Landesgartenschau. Er verkörpert das "Olearius-Prinzip": eine doppelte Sicht auf die Stadt, die ihre reiche Vergangenheit als älteste Stadt Sachsen-Anhalts ehrt und gleichzeitig die Hoffnung auf Etablierung als Bildungsstandort symbolisiert. Dieses Prinzip prägt auch die Gestaltung der erneuerten Parkanlagen, indem denkmalgeschützte Grundstrukturen mit modernen Gartenideen gefüllt werden. Es entsteht eine Synthese aus Alt und Neu, die in dieser Konsequenz selten zu finden ist.

Ein Mauerdurchbruch im Süden des Stadtparks führt zu den neuen Eine-Terrassen, wodurch Besucher von einem Park in den anderen gelangen. Der Olearius-Rundweg entlang der alten Stadtmauer bietet zudem die Möglichkeit, die Historie Ascherslebens zu erkunden.

04.11.2008

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