Altenburg als Ausrichter der Landesgartenschau 2030
Das Thüringer Kabinett hat am 4. Oktober 2022 die Ausrichtung einer weiteren Thüringer Landesgartenschau beschlossen. Nach einer Vertagung im Juli befasste sich das Kabinett erneut mit den positiven Auswirkungen einer Gartenschau auf die jeweilige Region. Neben der bereits für 2028 in der Orla-Region beschlossenen Landesgartenschau wurde nun auch die siebte Thüringer Landesgartenschau für das Jahr 2030 vergeben. Ausrichter ist die Stadt Altenburg.
Auswahlprozess und Bedeutung der Grünen Infrastruktur
Im Frühjahr 2022 besuchte eine vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft eingesetzte Fachkommission alle Bewerberstädte. Ziel war es, sich ein Bild von den potenziellen Entwicklungsflächen zu machen. Ursprünglich hatten sich sechs Städte und interkommunale Zusammenschlüsse um die Landesgartenschau 2028 beworben und hierfür Konzepte mit Machbarkeitsstudien erstellt.
Die Fachkommission setzte sich unter anderem aus Vertretern des Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e.V., des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla) und des Landesverband Gartenbau Thüringen e.V. zusammen. Die Qualität der eingereichten Konzepte beeindruckte die Kommission, was zur Entscheidung der Thüringer Landesregierung führte, eine zusätzliche Landesgartenschau zu vergeben.
Grüne Infrastruktur ist zwischenzeitlich für viele Städte essentiell, um den klimatischen Veränderungen und anderen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.
Dies betonte Karsten Hain, Präsident des Fachverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hessen-Thüringen e.V.
Bürgerbeteiligung und regionale Entwicklung
Die Vertreter der Branche in der Fachkommission zeigten sich begeistert von den Konzepten. Viele Städte hatten umfangreiche Bürgerbeteiligungsprozesse initiiert, um Ideen zu sammeln und eine hohe Akzeptanz der Projekte in der Bevölkerung zu erreichen. Die Verbände fordern bereits seit Jahren, die Vorteile einer Gartenschau für die Regionalentwicklung zu nutzen und alle zwei Jahre eine Gartenschau in Thüringen zu fördern.
Wir begrüßen es außerordentlich, dass drängende Aufgaben wie Nachhaltigkeit und Klimawandel in grünen Infrastrukturprojekten nun mit Nachdruck angegangen werden können.
Dies erklärten Ulrich Haage, Präsident des Landesverband Gartenbau Thüringen e.V., und Wolfram Stock, Vorsitzender des Bund Deutscher Landschaftsarchitekt:innen.
Finanzielle Förderung und Historie
Die ausrichtenden Städte profitieren erheblich von der finanziellen Förderung im Rahmen einer Gartenschau. Das Land Thüringen unterstützt Investitionen im Kernbereich der Landesgartenschau anteilig mit bis zu 5,1 Millionen Euro. Hinzu kommen Zuschüsse für flankierende Maßnahmen aus weiteren Fördertöpfen des Landes. Die Politik schafft damit die Rahmenbedingungen, während die Umsetzung in der Verantwortung der Städte und Kommunen liegt.
Die erste Landesgartenschau in Thüringen fand im Jahr 2000 in Pößneck statt. Im Jahr 2025 wird die Stadt Leinefelde-Worbis Gastgeber der fünften Thüringer Landesgartenschau sein.
