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Deutscher LandFrauenverband kritisiert „Zeit“-Artikel zur Landwirtschaft

Der Deutsche LandFrauenverband (dlv) kritisiert in einem offenen Brief den „Zeit“-Artikel „Die Rache aus dem Stall“. Der Verband fordert eine sachliche Berichterstattung und lädt die Redaktion zum Dialog ein, um ein realistisches Bild der Landwirtschaft zu vermitteln.

Reaktionen auf den „Zeit“-Artikel zur Landwirtschaft

Der Artikel „Die Rache aus dem Stall – Das bringt uns noch um“ in der Wochenzeitung „Die Zeit“ hat zu zahlreichen Reaktionen geführt. Auch der Deutsche LandFrauenverband (dlv) hat sich in einem offenen Brief an den Chefredakteur Giovanni di Lorenzo gewandt.

Der Deutsche LandFrauenverband hätte sich gewünscht, dass dieser Briefwechsel der Anfang eines fairen, sachlichen Dialogs wird. Denn ich frage mich, auf welchen Höfen die Journalisten recherchiert haben. Ich kann aus meiner eigenen Erfahrung sagen, dass bei den Landwirtinnen und Landwirten, die ich kenne – und das sind einige – solche Zustände nicht zu finden sind. Und auch, dass nicht alle ‚einfach so‘ gegen geltendes Recht verstoßen", betont Brigitte Scherb, Präsidentin des dlv. „Die bessere Schlagzeile wird es natürlich, wenn es nicht einzelne sind, die an den Pranger gestellt werden, sondern die Vorwürfe pauschal auf alle übertragen werden. Sie haben die Tür einen Spalt offen gelassen, Herr di Lorenzo. Wir hätten uns gefreut, mit Ihnen persönlich ins Gespräch zu kommen. Wir würden uns auch freuen, Ihre Kolleginnen und Kollegen des Investigativ-Ressorts kennenzulernen.

Offener Brief des dlv an die „Zeit“

In ihrem offenen Brief an Herrn di Lorenzo kritisiert der dlv die Recherche des Artikels. Der Verband fordert eine wahrhaftige und gewissenhaft recherchierte Berichterstattung, die frei von Skandalisierung und Sensationen ist. Es sei rätselhaft, wie 20 Journalisten einen so einseitigen und überzogenen Artikel verfassen konnten.

Viele Mitglieder des dlv fühlen sich persönlich angegriffen. Der Artikel unterstelle ein bewusst unrechtmäßiges Handeln, obwohl das Wohl der Tiere und der Umwelt den Landwirtinnen besonders am Herzen liege. Landwirtschaftliche Betriebe müssten ökonomisch arbeiten, wobei langfristiger Erfolg nur mit gesunden Tieren zu erzielen sei.

Der dlv schlägt einen Austausch zwischen Erzeugern, Verbrauchern, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und Medien vor, um gemeinsam Lösungen und einen gesellschaftlichen Konsens zu finden. Brigitte Scherb lädt Herrn di Lorenzo zudem persönlich auf einen landwirtschaftlichen Betrieb ein, um sich ein eigenes Bild zu machen.

Antwort von Giovanni di Lorenzo

Giovanni di Lorenzo bedankte sich für die E-Mail und das Dialogangebot. Er bestätigte, dass der Unmut der Landwirte registriert und die Debatte über die Titelgeschichte in der aktuellen Ausgabe transparent gemacht wurde. Dort sei auch der Vorwurf einer falschen Zahleneinordnung behandelt worden. Er betonte, dass Ungenauigkeiten oder Fehler in der Berichterstattung auch zukünftig korrigiert würden.

Die Einladung zu einem Betriebsbesuch nahm di Lorenzo dankend an. Er schlug vor, das Angebot an die Kollegen des Investigativ-Ressorts in Berlin weiterzuleiten, die sich gegebenenfalls mit dem dlv in Verbindung setzen würden. Diese hätten bereits im Zuge ihrer Recherchen Eindrücke vor Ort gesammelt.

Über den Deutschen LandFrauenverband e.V. (dlv)

Der Deutsche LandFrauenverband e.V. (dlv) ist der größte Verband für Frauen im ländlichen Raum und deren Familien in Deutschland. Sein Ziel ist es, die Lebensqualität und Arbeitsbedingungen in ländlichen Regionen zu verbessern. Der dlv vertritt die politischen Interessen aller Frauen in ländlichen Gebieten sowie den Berufsstand der Bäuerinnen.

Der Verband zählt 500.000 Mitglieder, die in 12.000 Ortsvereinen und 22 Landesverbänden organisiert sind. Diese Struktur bildet ein Netzwerk, das zur Verbesserung der sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Situation von Frauen genutzt wird. Präsidentin des dlv ist Brigitte Scherb.

Eine zentrale Aufgabe des dlv ist die Fort- und Weiterbildung. Über 115.000 Bildungsveranstaltungen werden bundesweit angeboten, um Mitgliedern Kenntnisse für bürgerschaftliches und politisches Engagement zu vermitteln. Der dlv ermöglicht zudem berufliche Qualifizierungen, die LandFrauen neue Erwerbschancen eröffnen.

28.11.2014

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