BEEOTOPIA auf der BUGA Mannheim: Vielfalt der Fassadenbegrünung
Auf der Bundesgartenschau (BUGA) in Mannheim präsentierte BEEOTOPIA am Pavillon des Verbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Baden-Württemberg e.V. (VGL) die Vielfalt von Fassadenbegrünungen. Sechs verschiedene Elemente, darunter wandgebundene Systeme mit rund 1.700 Taschen bienenfreundlicher Pflanzen, wurden installiert. Die dafür benötigte Erde wurde von der PATZER ERDEN GmbH gesponsert.
BEEOTOPIA, ein 2017 gegründetes Unternehmen, realisiert komplexe Begrünungssysteme, die Pflanzen vertikal an Gebäudewänden wachsen lassen. Diese Fassadenbegrünungen tragen zur Kühlung von Gebäuden im Sommer und zur Dämmung im Winter bei. Sie verbessern die Be- und Entlüftung von Quartieren, reduzieren Schadstoffe und fördern die Biodiversität, was ein erklärtes Ziel von BEEOTOPIA ist.
Die Landschaftsarchitekten der BUGA sprachen BEEOTOPIA an, da das Unternehmen unterschiedliche Systeme zur Berankung und wandgebundenen Begrünung anbietet. Diese Vielfalt sollte am VGL-Pavillon demonstriert werden. Die Umsetzung erfolgte unter statischen und zeitlichen Herausforderungen, wobei die Begrünungen eine Fernwirkung erzielen und ihre Bewässerung und Pflege während der BUGA automatisiert sein sollten.
Substratwahl für Vertikalbegrünung
Für die Vertikalbegrünung testete BEEOTOPIA gemeinsam mit seinem Partner MüllerLebensraum verschiedene Substratmischungen. Die Wahl fiel auf die torffreie Trog- und Dauererde von frux. BEEOTOPIA verwendet grundsätzlich torffreie Erden, nicht nur aufgrund der Anforderungen der Fassadenbegrünungsrichtlinie, sondern aus Prinzip. Torffreie Installationen erfordern eine angepasste Bewässerung und Düngung, die in der Planung berücksichtigt wird.
Pauschal müssen torffreie Erden aber nicht öfter gegossen oder gedüngt werden als torfhaltige. Darauf haben bei allen Erden verschiedene Faktoren Einfluss, z.B. der Standort, die verwendeten Pflanzen, die Struktur der Erde, die Grunddüngung, die Qualität der Rohstoffe und ob Naturton als wasserspeicherndes Element enthalten oder nicht. erläutert Jonas Rothenhöfer, Leitung Gartenbau und Produktion bei der PATZER ERDEN GmbH.
Aufgrund des begrenzten Platzes in den Pflanzelementen ist eine nährstoffreiche, lockere Erde mit guter Wasserverfügbarkeit erforderlich. Mineralische Bestandteile in der Trog- und Dauererde von PATZER ERDEN verhindern eine Verdichtung und verbessern in Kombination mit Holzfasern die Belüftung des Wurzelbereichs sowie die Drainage. Dies fördert das Wurzelwachstum und beugt Staunässe vor. Frischer Naturton speichert Wasser und Nährstoffe und puffert Mangel oder Überschuss bei Hitze oder Starkregen ab.
Installierte Begrünungssysteme
Eine Woche vor der Eröffnung der BUGA bepflanzte das BEEOTOPIA-Team mit Unterstützung der Landschaftsarchitekten drei wandgebundene und drei rankende Begrünungselemente mit einer Gesamtfläche von 48 qm und 30 qm. Als Rankpflanzen wurden unter anderem Akebia und Clematis eingesetzt. In 20 Pflanztöpfen à 75 Liter befanden sich Obstgehölze und Winden.
Der 10 Meter hohe Turm wurde an zwei Seiten mit einem sogenannten Coresystem aus 1.700 Filztaschen versehen, bepflanzt mit Scabiosia, Teppichphlox und Salbei. Zusätzlich präsentierte BEEOTOPIA ein Textiltaschensystem, bei dem Pflanzen direkt eingesetzt werden und das sich auch für Innenbereiche eignet.
Wiederverwendbarkeit und weitere Projekte
Nach dem Ende der Bundesgartenschau wurde das gesamte System am VGL-Pavillon von BEEOTOPIA zurückgebaut. Die einzelnen Bestandteile wie Metall aus dem Coresystem, Vliese und Dichtplatten können vollständig wiederverwendet werden. Auch die Töpfe werden überwintert und später mit neuen Pflanzen bestückt. Für zukünftige Projekte wird BEEOTOPIA erneut Substrate von PATZER ERDEN verwenden.
BEEOTOPIA begrünt zudem die Fassaden des Hochpunkts Spinelli, eines zehnstöckigen „grünen Wohnturms“ auf dem BUGA-Ausstellungsgelände, mit an Seilen rankenden immergrünen Pflanzen bis auf über 30 Meter Höhe.
An einem Parkhaus in Heidelberg wurden drei wandgebundene Vertikalgrünfelder, ein 30 Meter langer begrünter Zaun sowie großflächige Rankbegrünungen realisiert. An diesem Objekt untersucht die Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau (LVG) Heidelberg die Auswirkungen der Pflanzenvielfalt auf die Biodiversität der Insekten.


