Die Geschichte des Formschnitts im Gartenbau
Die Gestaltung von Gärten hat eine lange Tradition. Bereits in antiken Kulturen wie Ägypten, Griechenland und Rom wurden Landschaften nach menschlichen Vorstellungen geformt. Im Laufe der Zeit änderten sich sowohl der Zweck als auch die Ästhetik der Gärten. Während Barockgärten des 17. Jahrhunderts von klaren, geometrischen Strukturen dominiert wurden, strebten die Englischen Landschaftsgärten des 18. Jahrhunderts eine idealisierte Nachahmung der Natur an.
Wie auch in der Mode sind im Gartenbau einige stilistische Elemente aber so beliebt, dass sie trotz all der Änderungen nie ganz von der Bildfläche verschwanden. Sie wurden modifiziert und etwas anders arrangiert, waren aber immer Teil der unterschiedlichen Trends.<
Ein Beispiel hierfür ist der Formschnitt. Dieser wurde in verschiedenen Epochen unterschiedlich eingesetzt: als Rahmen für Beete, als strukturbildendes Element ganzer Anlagen, zur Gestaltung von Irrgärten oder als harmonische Ergänzung naturnaher Bepflanzungen.
Perfekt in Reih und Glied
Formschnittgehölze, die einst den Anlagen des Adels vorbehalten waren, sind heute ein beliebtes Gestaltungsmittel im privaten Hausgarten. Hecken dienen häufig als Sichtschutz, Grundstücksgrenze oder zur Einfassung von Wegen. Sie können geradlinig oder geschwungen verlaufen. Landschaftsgärtner gestalten auch bogenförmige Durchgänge, die Heckenbereiche miteinander verbinden.
Bei Hecken wird mit einem akkuraten Schnitt aus einer Vielzahl von Gehölzen eine durchgängige Einheit gebildet. Je nach Größe der Sträucher braucht es dafür natürlich einige Jahre und einen regelmäßigen Schnitt, damit ein kompakter, dichter Wuchs entsteht.<
Als Heckenpflanzen eignen sich beispielsweise die immergrüne Eibe (Taxus baccata) oder die rotblättrige Blutbuche (Fagus sylvatica).
Geometrische Gehölze als Solitäre
Auch einzelne Gehölze lassen sich durch Formschnitt in Szene setzen. Als Kugeln, Quader oder Kegel verleihen diese Solitäre dem Garten Ruhe und Ordnung. Landschaftsgärtner platzieren sie oft in abwechslungsreich gestalteten Rabatten, wo sie von Blühpflanzen, Farnen, Gräsern oder kleineren Sträuchern umgeben sind. Auch an exponierten Stellen wie Wegrändern, Terrassen oder im Vorgarten kommen diese grünen Skulpturen zur Geltung. Mehrere formschöne Gehölze können in Gruppen arrangiert oder als wiederkehrendes Element eingesetzt werden. Spiralen oder Figuren sorgen für Dynamik im Garten.
Für Schnittsolitäre empfehlen sich langsam wachsende Gehölze, da diese gut in Form zu halten sind. Besonders beliebt ist der Buchsbaum (Buxus). Leider hat dieser in letzter Zeit jedoch stark unter dem Schädling Buchsbaumzünsler zu leiden. Daher empfehlen wir, Alternativen zu pflanzen, wie Thuja (Thuja occidentalis), Stechpalme (Ilex aquifolium) oder Zypresse (Cupressus-Arten).<
Größere Schnittmaßnahmen im Garten sind gemäß Bundesnaturschutzgesetz ausschließlich während der Vegetationsruhe, also zwischen Oktober und Februar, erlaubt. Ab dem 1. März sind zum Schutz brütender Vögel nur noch schonende Form- und Pflegeschnitte zulässig.
