Die Grüne Stadt

Grüne Infrastruktur: Die Bedeutung von Gärten und Freiflächen in Zeiten des Wandels

Gärten und Grünflächen sind essenziell für das Wohlbefinden und die Anpassung an den Klimawandel. Die "Grüne Infrastruktur" fördert eine integrierte Betrachtung von lebendigem Grün in Städten. Investitionen in Grünräume zahlen sich ökologisch, sozial und wirtschaftlich aus.

Grünflächen als Quelle für Wohlbefinden und Klimaanpassung

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben die Bedeutung von Gärten und öffentlichen Grünflächen für das Wohlbefinden der Menschen verdeutlicht. Die Möglichkeit, sich im Freien aufzuhalten, wurde für viele zu einer wichtigen Quelle für Freiheit und Erholung.

Draußen zu sein hat in diesem Jahr vielen Menschen überhaupt erst die Möglichkeit gegeben, Freiheit zu erleben und Sozialkontakte zu pflegen. Der Spaziergang im Stadtpark, Spiel und Sport im öffentlichen Grün oder eben Begegnungen mit Freunden auf der Terrasse waren oft die einzigen Möglichkeiten, um Ausgleich und Erholung von den vielfältigen Einschränkungen zu erfahren.

Dies stellt Reinhard Schulze-Tertilt fest, Vize-Präsident des Verband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Nordrhein-Westfalen e.V. (VGL NRW).

Zusammenspiel von Innen- und Außenbereichen

Grünflächen im direkten Lebensumfeld tragen wesentlich zur Gesundheit und zum Wohlbefinden bei. Studien belegen zudem, dass sie negative Auswirkungen des Klimawandels abmildern können. Die Europäische Union fördert unter dem Begriff „Grüne Infrastruktur“ eine integrierte Betrachtung von lebendigem Grün. Dazu gehören Dach- und Fassadenbegrünungen, vielfältig bepflanzte Gärten sowie öffentliche Grünflächen, die als Gesamtsystem eine grüne und lebenswerte Stadt bilden.

Jeder Quadratmeter zählt, so verstehen sich auch Initiativen wie ´Rettet den Vorgarten`, die sich gegen die Ausbreitung von Schotterwüsten wenden und darauf abheben, private Beiträge zur grünen Infrastruktur der Städte und Gemeinden deutlich zu machen.

Betont VGL NRW-Präsident H. Christian Leonhards.

Der Verband setzt sich auch für innovative Konzepte zur Verbesserung von Umweltstandards bei Gebäuden ein. Die Hitzeperioden und Trockenzeiten der vergangenen Jahre haben die Notwendigkeit einer Optimierung des Wassermanagements rund um Gebäude aufgezeigt. Dies umfasst die Schaffung von Versickerungsflächen, die Minimierung von Flächenversiegelung, temporäre Wasserspeicherung durch Dachbegrünung und den Einsatz von Grauwasseraufbereitungssystemen.

Hier bewährt sich eine frühzeitige und enge Zusammenarbeit von Architekten und Bauingenieuren mit dem Garten- und Landschaftsbau, um Gebäude und Außenbereich in Resonanz zu bringen.

Fasst Leonhards zusammen.

Qualitätsstrategie für Stadtentwicklung

Angesichts der anhaltenden Urbanisierung und des Wohnraummangels in den Städten Nordrhein-Westfalens rückt die Frage nach dem Verhältnis von Innenverdichtung und Freiraumsicherung in den Fokus der Stadtentwicklung. Der Außenbereich ist nachweislich von großer Bedeutung für die Lebensqualität und Gesundheit der Menschen, steht jedoch oft im Konflikt mit Bauinteressen.

Im ohnehin schon hoch verdichteten NRW kommt es besonders darauf an, die Grüne Infrastruktur als wertvolles und kostengünstiges Instrument zur Verbesserung der Stadtlandschaften verstärkt bewusst zu machen und einzusetzen.

Betont Schulze-Tertilt.

Eine mittel- und langfristig orientierte Qualitätsstrategie sei entscheidend, die über kurzfristige Sparziele hinausgeht. Die ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Vorteile von Grünräumen sind erheblich.

Inzwischen hat sich eine Leistungsbetrachtung von Grünräumen etabliert, die die vielfältigen Vorteile von Gärten und öffentlichen Grünräumen berücksichtigt. Klar ist, dass die Investition in Grün lohnt!

14.11.2020

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