Naturschutz

„Quervernetzung Grünes Band“: Neues Projekt zur Stärkung des Biotopverbunds

Ein neues Projekt namens „Quervernetzung Grünes Band“ soll den länderübergreifenden Lebensraumverbund des Grünen Bandes weiter stärken. Es verknüpft das Grüne Band mit naturnahen Lebensräumen und bestehenden Biotopverbundachsen, um ein wertvolles Netz für seltene Arten zu schaffen.

Förderung und inhaltliche Begleitung des Projekts

Das Bundesumweltministerium unterstützt das Projekt des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mit 4,36 Millionen Euro. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) begleitet das Vorhaben inhaltlich.

Das Grüne Band ist etwas ganz Besonderes – die einstige innerdeutsche Grenze ist zu einem grünen Rückgrat geworden für einen bundesweiten Verbund von naturnahen Lebensräumen und zieht sich durch die unterschiedlichsten deutschen Landschaften. Das Grüne Band verläuft selbst durch intensiv genutzte Agrarlandschaften und bildet damit einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung. Mit diesem Projekt verknüpfen wir die Lebensräume am Grünen Band mit den losen Enden anderer wichtiger Biotopverbundachsen. So entsteht ein wertvolles Netz von Lebensräumen, das auch seltenen Arten Schutz bietet.

Dies erklärte Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Herausforderungen und Ziele der Vernetzung

Dr. Uwe Riecken, Leiter der BfN-Abteilung Biotopschutz und Landschaftsökologie, überreichte den Förderbescheid im Rahmen der 12. Naturschutzstage an der Elbe.

Der Biotopverbund ist von großer Bedeutung für das Überleben vieler Tier- und Pflanzenarten. Vor allem in der genutzten Kulturlandschaft stellt seine Entwicklung eine besondere Herausforderung dar. Eine Landwirtschaft, die der Natur zuverlässig Raum lässt, kann die dauerhafte Vernetzung von Lebensräumen unterstützen. Daher ist geplant, die Anknüpfungsräume zwischen dem Grünen Band und anderen Biotopverbundachsen gemeinsam mit den Landwirtinnen und Landwirten zu entwickeln. Vorbildliche Landbewirtschaftung, die die biologische Vielfalt fördert, soll in diesem Projekt besonders ausgezeichnet werden.

Das Projekt konzentriert sich auf fünf unterschiedliche Gebiete: das Norddeutsche Tiefland, die Region Rhön-Grabfeld, das Hohe Thüringer Schiefergebirge und das ostbayerische Mittelgebirge nahe der tschechischen Grenze. In diesen Regionen sollen seitliche Verbundachsen mit dem Grünen Band vernetzt werden.

Konkrete Maßnahmen und erwartete Effekte

Auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen im Umfeld des Grünen Bandes sollen naturschonendere Bewirtschaftungsmethoden etabliert werden. Zudem ist die Instandsetzung, Verbesserung und Ausweitung brachgefallener Lebensräume geplant. Von diesen Maßnahmen sollen insbesondere Insekten wie Wildbienen, Libellen sowie der Goldene Scheckenfalter und der Violette Feuerfalter profitieren. Auch bodenbrütende Vögel gehören zu den Zielarten.

Im Rahmen des Projekts werden auch innovative landwirtschaftliche Nutzungen zur Biotopvernetzung erprobt. Dazu gehört ein linienförmiger Energiepflanzenanbau mit einer fünf- bis achtjährigen Energie-Wildpflanzen-Mischung in der Region Rhön-Grabfeld. Im Norddeutschen Tiefland ist vorgesehen, die Durchgängigkeit des Flusses Delvenau für Fische wiederherzustellen. In der Landgraben-Dumme-Niederung soll der Wasserstand angehoben werden, um naturnahes feuchtes Grünland zu etablieren.

Das Projekt soll den Menschen in den Projektgebieten das Erleben naturnaher und artenreicher Landschaften ermöglichen und das Bewusstsein für den Erhalt der biologischen Vielfalt stärken. Die Koordination des Verbundprojekts übernimmt der BUND, der seit 30 Jahren im Grünen Band aktiv ist. Die Förderung des Projekts „Quervernetzung des Grünen Bandes mit bestehenden Biotopverbundachsen und naturnahen Lebensräumen im Umfeld zur besseren Integration in die Landschaft und für einen länderübergreifenden Biotopverbund“ läuft bis 2025.

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt

Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung besitzen oder die Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig umzukehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über rechtlich geforderte Standards hinaus. Begleitende Informations- und Kommunikationsmaßnahmen sollen das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt stärken.

28.09.2019

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