Ökologisches Trassenmanagement als Chance
Bislang werden die meisten Trassen selten, aber dann rigoros entbuscht. Dieser Ansatz stellt einen massiven Eingriff in die Tier- und Pflanzenwelt dar, der vermieden werden kann. Durch die Ansiedlung von Halbtrockenrasen auf geeigneten Standorten und deren regelmäßige Beweidung oder Mahd können weitere Maßnahmen zur Übertragungssicherung entfallen.
Auch stehendes Totholz kann auf der Trasse verbleiben. Dies spart mittelfristig Kosten und fördert seltene Arten wie die Schlingnatter oder den Juchtenkäfer. Landschaftspflegeverbände verfügen über das notwendige Wissen, um Flächen wirtschaftlich und im Sinne der Entwicklung natürlicher Lebensräume zu pflegen.
Das ökologische Trassenmanagement ermöglicht eine Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Landschaftspflegeorganisationen. Dabei können die technischen Anforderungen an die Übertragungssicherung und die Aufwertung der Stromtrassen durch Biotope miteinander verbunden werden. Der DVL-Leitfaden dient als praxisnahe Grundlage für das naturschutzfachliche Management von Leitungstrassen und integriert Praxiswissen sowie Erfahrungen aus verschiedenen Regionen Deutschlands.
Der DVL hat als Dachverband der Landschaftspflegeorganisationen erstmals das ökologische Trassenmanagement definiert. Der Leitfaden beschreibt mögliche Maßnahmen, von der Ablagerung von Totholz über die Ansiedlung gebietsheimischer Magerrasen bis zur Beweidung mit Rindern und Schafen, und untermauert diese mit Beispielen.
