Die Grüne Stadt

„Stadtgrün 2021“: Forschungsprojekt zur Stresstoleranz von Stadtbäumen

Das Forschungsprojekt „Stadtgrün 2021“ untersucht die Stresstoleranz von Stadtbäumen unter sich ändernden Klimabedingungen. Es werden verschiedene Baumarten an drei Standorten in Bayern getestet, um Empfehlungen für eine widerstandsfähige Stadtbegrünung zu entwickeln.

Pflanzaktion und Projektstart in Würzburg

Am Dienstag, den 22. März 2016, pflanzten Mitarbeiter des Grünflächenamtes der Stadt Würzburg acht Orientalische Platanen. Diese Maßnahme ist Teil des Projekts „Stadtgrün 2021“ der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Auch in Münchberg und Kempten werden jeweils sechs Bäume derselben Art nachgepflanzt. Dies stellt den letzten Schritt der Versuchserweiterung für das Forschungsprojekt dar, das bis 2021 läuft.

An der Ecke Heuchelhofstr. / Moskauer Ring brachten Jürgen Eppel, Leiter der Abteilung Landespflege an der LWG, und Dieter Müller, Leiter des Gartenamtes Würzburg, eine Informationstafel zum Projekt sowie Namensschilder an den Bäumen an.

Internationales Interesse und Herausforderungen für Stadtbäume

Das auf insgesamt zwölf Jahre angelegte Projekt verzeichnet bereits großes internationales Interesse. Projektleiter Dr. Philipp Schönfeld und Projektbetreuerin Dr. Susanne Böll präsentierten das Vorhaben in den letzten sechs Monaten unter anderem bei der Schweizer Baumpflegetagung in Lausanne, auf der Internationalen Pflanzenmesse (IPM) in Essen, während eines Parlamentarischen Abends in Berlin und auf der internationalen Messe Myplant & Garden in Mailand.

Dabei wurde betont, dass die Belastungen für Stadtbäume durch trockene, heiße Sommer, starke Unwetter sowie neue Krankheiten und Schädlinge zunehmen. Angesichts dieser Entwicklungen stellt sich die Frage, wie Städte langfristig attraktiv begrünt werden können.

Mehr Artenvielfalt für widerstandsfähige Stadtbäume

Problematisch ist, dass bisher nur wenige Hauptbaumarten gepflanzt werden, was die Anfälligkeit, die Ausbreitung von Krankheiten und Schädlingen unter den verschärften Klimabedingungen verstärkt. Wir brauchen aber mehr Artenvielfalt.

Dies erklärte Dr. Philipp Schönfeld. Um die theoretischen Annahmen über die Stresstoleranz einzelner Baumarten zu überprüfen, ist es demnach unerlässlich, ihre tatsächliche Eignung in praktischen Forschungsprojekten mit der Realität abzugleichen. Im Projekt „Stadtgrün 2021“ werden seit 2009 an drei klimatisch unterschiedlichen Stadtstandorten in Bayern zunächst zwanzig Baumarten auf ihre Klimastresstoleranz getestet. Im Jahr 2015 kamen zehn weitere Baumarten hinzu.

Das Team hat insgesamt 660 Bäume gepflanzt und untersucht diese zweimal jährlich auf Frostschäden, Trockenstress, Schädlinge, Krankheiten, Phänologie (Austrieb, Laubverfärbung, Blattfall), Vitalität, Zuwachs und Nährstoffversorgung. Das Projekt wird vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit Forschungsmitteln von 760.000 Euro finanziert.

Lokale Anpassung statt „Superbaum“

Endgültige Empfehlungen können erst nach Abschluss des Projektes gegeben werden. Ein „Superbaum“ wird voraussichtlich nicht identifiziert werden. Bei der Auswahl der passenden Baumarten ist stets das lokale Klima zu berücksichtigen. Einige Bäume eignen sich besonders für harte Winter mit Schnee, Eis und Frost, andere wiederum für heiß-trockene Sommer.

18.03.2016

Zurück