Allgemeines, Baumaschinen und Baugeräte

Liebherr verzeichnet Umsatzwachstum und Investitionen im Jahr 2010

Die Firmengruppe Liebherr konnte im Geschäftsjahr 2010 ihren Wachstumskurs wieder aufnehmen. Der Umsatz stieg um 9,0 Prozent auf 7.587,0 Millionen Euro, hauptsächlich getragen durch den Baumaschinenbereich. Investitionen gingen leicht zurück, während die Mitarbeiterzahl moderat anstieg.

Umsatzentwicklung nach Sparten und Regionen im Detail

Der Baumaschinenbereich verzeichnete eine Umsatzsteigerung von 16,0 Prozent auf 4.744,2 Millionen Euro. Innerhalb dieses Bereichs wuchsen die Sparten Erdbewegung und Mining um 33,3 Prozent auf 2.412,7 Millionen Euro. Die Verkaufserlöse bei Mobil- und Raupenkranen erhöhten sich um 2,7 Prozent auf 1.811,8 Millionen Euro. Die Sparte Baukrane und Mischtechnik steigerte ihren Umsatz leicht um 1,1 Prozent auf 519,7 Millionen Euro. Der Anteil der Baumaschinensparten am Gesamtumsatz der Firmengruppe erhöhte sich von 58,6 Prozent auf 62,5 Prozent.

Die Produktsparten außerhalb des Baumaschinenbereichs erzielten Verkaufserlöse von 2.842,8 Millionen Euro, was einem Rückgang von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dies ist hauptsächlich auf einen Umsatzrückgang bei sonstigen Erzeugnissen und Leistungen zurückzuführen, der um 30,4 Prozent auf 308,5 Millionen Euro sank. Die Sparte Maritime Krane verzeichnete hingegen ein Wachstum von 9,2 Prozent auf 729,6 Millionen Euro. Auch der Bereich Hausgeräte zeigte einen Anstieg um 8,5 Prozent auf 819,8 Millionen Euro. Die Sparte Werkzeugmaschinen und Materialflusstechnik musste einen Umsatzrückgang von 6,1 Prozent auf 165,6 Millionen Euro hinnehmen, wobei sich die Auftragslage im Jahresverlauf verbesserte. Die Erlöse der Sparte Aerospace und Verkehrstechnik lagen mit 819,3 Millionen Euro um 1,1 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Regional betrachtet entwickelten sich die Umsätze unterschiedlich. In Westeuropa, der wichtigsten Absatzregion, blieben die Verkaufserlöse mit 3.685,5 Millionen Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Osteuropa verzeichnete eine deutliche Umsatzsteigerung um 22,5 Prozent auf 637,5 Millionen Euro. Im Nahen und Mittleren Osten sanken die Verkaufserlöse um 21,1 Prozent auf 461,9 Millionen Euro. Der amerikanische Kontinent erreichte mit einem Zuwachs von 30,6 Prozent einen Höchstwert von 1.127,1 Millionen Euro. In Afrika ging der Umsatz um 6,8 Prozent auf 350,0 Millionen Euro zurück. Fernost/Australien war mit einem Wachstum von 41,2 Prozent auf 1.325,0 Millionen Euro die dynamischste Absatzregion.

Investitionen in Produktion und Infrastruktur

Im Geschäftsjahr 2010 investierte die Firmengruppe Liebherr 544,1 Millionen Euro in die Errichtung und Modernisierung von Produktionsstätten sowie in den Ausbau des weltweiten Vertriebs- und Servicenetzes. Dies entspricht einem Rückgang von 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Am Produktionsstandort Ehingen, Deutschland, wurde eine neue Versandhalle für die Montage von Großkranen sowie eine neue Lackieranlage errichtet. In Rostock, Deutschland, entsteht eine Stahlbauhalle für Schiffs- und Offshorekrane. In Kempten, Deutschland, wurde eine 15.000 m² große Halle für die Fertigung und Montage von Verzahnmaschinen gebaut. Am Standort Bulle, Schweiz, wurden Prüfstände und Anlagen für die Motorentechnik realisiert.

Ein neues Entwicklungs-, Montage- und Logistikzentrum für Mining-Bagger wurde Mitte 2010 in Colmar, Frankreich, in Betrieb genommen. Im russischen Nizhny Novgorod wird ab Mitte 2011 eine neue Produktionsstätte für Baumaschinen, Turmdrehkrane und Luftfahrtausrüstungen sukzessive in Betrieb genommen. In Pune, Indien, wird eine neue Produktionsstätte für Fahrmischer, Mischanlagen und Turmstücke für Baukrane gebaut. Die neue Produktionsstätte für Antriebstechnik in Monterrey, Mexiko, wurde fertiggestellt und produziert seit Herbst 2010 Antriebskomponenten.

Das internationale Vertriebs- und Servicenetz wurde ebenfalls erweitert, insbesondere für die Sparte Komponenten in Frankreich, den USA und China. In Dubai, Vereinigte Arabische Emirate, übernahm Liebherr den Vertrieb und Service für das gesamte Baumaschinenprogramm und Maritime Krane.

Personalentwicklung

Die Zahl der Beschäftigten stieg im Berichtsjahr leicht an. Weltweit wurden 888 neue Stellen geschaffen, wodurch die Belegschaft zum Jahresende 32.979 Mitarbeiter umfasste. In Deutschland waren 13.767 Personen beschäftigt, 124 weniger als im Vorjahr. Neue Stellen entstanden bei der Liebherr-Werk Ehingen GmbH und der Liebherr-Elektronik GmbH in Lindau. In Österreich blieb die Mitarbeiterzahl mit 4.605 stabil. In der Schweiz stieg die Mitarbeiterzahl um 48 auf 1.055. Die französischen Liebherr-Gesellschaften beschäftigten zum Jahresende 2.696 Mitarbeiter, acht mehr als im Vorjahr. In den übrigen europäischen Ländern wurden 111 neue Stellen geschaffen, was die Gesamtzahl auf 4.406 erhöhte. Außerhalb Europas erhöhte sich die Beschäftigtenzahl um 886 auf 6.450.

Ausblick für das Geschäftsjahr 2011

Die Firmengruppe Liebherr startete positiv in das Geschäftsjahr 2011. Der Aufwärtstrend setzte sich in fast allen Produktbereichen fort, was zu einer Umsatzsteigerung von rund 14 Prozent in der ersten Jahreshälfte führte. Der Baumaschinenbereich wuchs dabei erneut stärker als andere Produktbereiche. Für das gesamte Geschäftsjahr 2011 wird eine Umsatzsteigerung von voraussichtlich mehr als 10 Prozent erwartet. Dieses Wachstum wird von einer weiteren Zunahme der Mitarbeiterzahlen und höheren Investitionen begleitet. Das Ergebnis für 2011 wird auf Vorjahresniveau prognostiziert.

21.07.2011

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