Warum Händewaschen Desinfektion oft ersetzt
Die aktuelle Situation führt zu Lieferengpässen bei Desinfektionsmitteln. Auch Peter Greven Physioderm (PGP) ist davon betroffen. Im beruflichen Umfeld kann der Schutz vor Infektionen jedoch auch ohne Desinfektionsmittel gewährleistet werden, primär durch regelmäßiges und korrektes Händewaschen. Frank Severiens von PGP erläutert die wesentlichen Punkte, die Beschäftigte dabei beachten sollten.
Viele Artikel der persönlichen Schutzausrüstung, darunter Atemschutz, Schutzanzüge und Schutzbrillen, sind derzeit schwer verfügbar und weisen lange Lieferzeiten auf. Dies gilt insbesondere für Desinfektionsmittel. Frank Severiens, kaufmännischer Leiter bei PGP, bestätigt, dass derzeit keine Lieferzusagen für Desinfektionsmittel gemacht werden können und bei Neubestellungen mit mehrwöchigen Lieferzeiten zu rechnen ist. Für den Schutz am Arbeitsplatz ist man jedoch nicht zwingend auf Desinfektionsmittel angewiesen.
Regelmäßiges und gründliches Händewaschen ist in der Regel ausreichend, um einer Ansteckung vorzubeugen.
Diese Empfehlung steht im Einklang mit den Vorgaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
Anwendung und Dauer des Händewaschens
Desinfektionsmittel bieten den Vorteil, dass sie ohne Waschbecken angewendet werden können. In den meisten Fällen stehen Beschäftigten in Industrie, Handwerk und Dienstleistungssektor jedoch Waschmöglichkeiten zur Verfügung. Eine Händedesinfektion ist daher meist nur in Ausnahmefällen sinnvoll, beispielsweise nach Kontakt mit erkrankten Personen.
Zum Thema „regelmäßiges Händewaschen“ rät Severiens, die Hände vor Arbeitsbeginn, vor und nach jeder Pause, vor und nach jedem Toilettengang sowie am Ende des Arbeitstages zu waschen. Vor Arbeitsbeginn und nach den Pausen sollten die sauberen Hände zusätzlich mit Hautschutzmittel eingerieben werden. Während der Grippesaison oder in besonderen Situationen ist das Händewaschen auch nach dem Naseputzen, Husten oder Niesen erforderlich.
Neben der Frequenz ist die Art und Weise des Händewaschens entscheidend. Diese Empfehlungen gelten generell, nicht nur in Ausnahmesituationen. Zunächst sollte ausreichend Flüssigseife auf die trockenen Hände aufgetragen und gründlich verteilt werden.
Achten Sie darauf, dass Sie die ganze Hand einseifen, also nicht nur Handinnenflächen und Handrücken, sondern auch Fingerspitzen, Fingerzwischenräume, Daumen und auch die Fingernägel.
Das korrekte Einseifen sollte etwa 30 Sekunden dauern. Anschließend sind die Hände mit viel Wasser gründlich abzuspülen. Ebenso wichtig ist das sorgfältige Abtrocknen der Hände, da sich Mikroorganismen in feuchter Umgebung besser vermehren und beim Abtrocknen verbleibende Keime entfernt werden können. Zur Vermeidung von Hautproblemen sollte nach dem Händewaschen eine geeignete Hautpflege angewendet werden.
Severiens betont, dass das richtige Händewaschen schnell zur Routine wird und effektiv ist. Studien belegen, dass eine korrekte Händehygiene das Infektionsrisiko deutlich senken kann. Ergänzend zum Händewaschen sollten weitere Hygieneregeln beachtet werden. Dazu gehört, einen Abstand von mindestens ein bis zwei Metern zu hustenden oder niesenden Personen einzuhalten. Husten oder Niesen sollte in die Ellenbeuge erfolgen.
