Bedeutung des Ehrenamts für den Artenschutz
Der Naturschutz ist in hohem Maß auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Nur mithilfe Ehrenamtlicher können umfangreiche naturschutzrelevante Daten erhoben und bundesweite Naturschutz-Instrumente wie zum Beispiel Rote Listen überhaupt erstellt werden. Die langfristige Kontrolle und Pflege von Standorten des Bayerischen Löffelkrauts und seiner typischen Begleitarten ist eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, da es sich um eine endemische Art handelt – also eine Art, die weltweit nur in einem klar abgegrenzten Gebiet vorkommt.
Dies betonte Prof. Beate Jessel, Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Das Projekt, das seit September 2011 vom BfN im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt gefördert wurde, konzentrierte sich auf den Schutz des Bayerischen Löffelkrauts, seltener Begleitarten und deren Quell-Lebensräume.
Da das Löffelkraut ausschließlich im bayerischen Voralpenraum vorkommt, trägt Deutschland, insbesondere Bayern, eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser gefährdeten Art. Im Rahmen des Projekts wurden alle Vorkommen systematisch erfasst und gezielte Pflegemaßnahmen entwickelt und umgesetzt, die in bestehende Pflegepläne integriert wurden.
Verschiedene Akteure, darunter Naturschutzbehörden, Universitäten, Wasserwirtschafts-, Forst- und Landwirtschaftsämter sowie lokale Maßnahmenträger wie Landschaftspflegeverbände, der Landesbund für Vogelschutz, Maschinenringe, Stiftungen, Kommunen und Landkreise, arbeiteten mit dem Projektträger zusammen.
Aufbau eines Betreuungsnetzwerks und Öffentlichkeitsarbeit
Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war der Aufbau eines Betreuungsnetzwerks für die einzelnen Standorte. Hierfür wurden Flächeneigentümer und Ehrenamtliche gewonnen, die sich gemeinsam für die Sicherung der Flächen und die Artenvielfalt der Quell-Lebensräume engagieren. Begleitend dazu gab es eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, beispielsweise eine Wanderausstellung zum Thema „Faszination Quelle“, die auch nach Projektende für Umweltbildungszwecke zur Verfügung steht.
Im Jahr 2014 wurde „Löffelkraut & Co“ als „UN-Dekade-Projekt“ ausgezeichnet. Diese Projekte zeichnen sich durch ihr Engagement für die biologische Vielfalt und ihre Bedeutung für die Umsetzung der Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt aus.
Fazit und Ausblick für den Löffelkraut-Schutz
Die enge Verzahnung von neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und praktischer Umsetzung sowie von Spezialisten mit zahlreichen ehrenamtlichen Betreuern und Unterstützern hat gute Grundlagen geschaffen, um dem Bayerischen Löffelkraut und seinen Lebensräume nun auch weiterhin deutlich bessere Überlebenschancen zu sichern. Es hat aber auch gezeigt, wie wichtig die fachliche Betreuung und Koordination für das Ehrenamtliche Engagement war. Wir brauchen viel mehr solche „Kümmerer“ zum Schutz der Biodiversität und unserer Landschaft.
So fasste der BN-Vorsitzende Prof. Dr. Hubert Weiger das Projekt zusammen. Die Herausforderung für die kommenden Jahre besteht darin, das etablierte Betreuungsnetzwerk zum Schutz der Quell-Standorte zu erhalten und auszubauen, um die Lebensräume von „Löffelkraut & Co“ auch nach dem Ende der Bundesförderung nachhaltig zu sichern. Das Projektteam sucht daher weiterhin interessierte Personen und ehrenamtliche Helfer, die sich in dieses Netzwerk einbringen möchten.
„Löffelkraut & Co“ war das erste Projekt, das im Bundesprogramm Biologische Vielfalt bewilligt wurde. Während seiner fünfjährigen Laufzeit erhielt es Bundeszuwendungen in Höhe von insgesamt 340.500 Euro. Der Bayerische Naturschutzfonds fungierte als Drittmittelgeber.
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt
Das Bundesprogramm Biologische Vielfalt unterstützt seit 2011 die Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS). Es fördert Vorhaben, die im Rahmen der NBS eine gesamtstaatlich repräsentative Bedeutung haben oder diese Strategie beispielhaft umsetzen. Die geförderten Maßnahmen tragen dazu bei, den Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland zu stoppen und langfristig umzukehren. Sie dienen dem Schutz, der nachhaltigen Nutzung und der Entwicklung der biologischen Vielfalt und gehen über gesetzliche Standards hinaus. Akzeptanzbildende Maßnahmen in Information und Kommunikation stärken zudem das gesellschaftliche Bewusstsein für die biologische Vielfalt.
