Strukturreform und neue Bezeichnungen bei der LWG
Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim begegnet aktuellen und zukünftigen Herausforderungen wie Stadtgrün, Biodiversität, Urban Gardening und dem Kampf gegen die Varroamilbe durch praxisnahe Forschung. Für diese komplexen Aufgaben setzt die LWG auf eine zielorientierte und effiziente Zusammenarbeit.
Neben externen Kooperationspartnern wie Hochschulen und internationalen Forschungseinrichtungen setzt die LWG seit je her auf eine interne fachübergreifende Zusammenarbeit. Dafür nutzen wir den größten Schatz, den wir haben: das Know-how jedes einzelnen Mitarbeiters.
Dies erklärte Dr. Hermann Kolesch, Präsident der LWG. Eine Neuorganisation der Landesanstalt, die sich insbesondere in der Bildung von Instituten manifestiert, soll die interdisziplinäre Zusammenarbeit weiter stärken und ausbauen.
Nach zweijährigen Vorarbeiten wurde der Neustrukturierungsprozess zum 1. November 2017 abgeschlossen. Die wesentlichen Änderungen betreffen die Namensgebung der bisherigen Fachabteilungen:
- Aus der Abteilung Weinbau wurde das Institut für Weinbau und Oenologie (IWO).
- Die Abteilung Gartenbau wurde zum Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau (IEF).
- Die Abteilung Landespflege firmiert nun als Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau (ISL).
Dem Institut für Bienenkunde und Imkerei (IBI) wurde das ehemalige Fachzentrum Bienen zugeordnet, um die Bedeutung der Bienen für die Bestäubung von Wild- und Kulturpflanzen zu unterstreichen. Die Fachzentren Recht und Service (FRS), Bildung (FZB) und Analytik (FZA) ergänzen den neuen Organisationsplan der Bayerischen Landesanstalt.
Verzahnung von Freizeit- und Erwerbsgartenbau als Schwerpunkt
Die Bayerische Gartenakademie, die täglich Anfragen von Freizeitgärtnern zu Themen wie Pflanzenüberwinterung, Obstbaumschnitt oder Herbstdüngung beantwortet, wurde aus dem Fachzentrum Bildung herausgelöst. Sie ist nun dem Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau zugeordnet und bildet eine Schnittstelle zum Institut für Stadtgrün und Landespflege.
Trends wie Urban Gardening oder Bio-Anbau auch im eigenen Garten machen die enge Verzahnung zwischen Freizeitgartenbau und Erwerbsgartenbau mehr als deutlich.
Diese Neuausrichtung ermöglicht es, Problemstellungen von Anfang an interdisziplinär zu bearbeiten.
Investitionen in die Zukunft der Forschung und Infrastruktur
Um zukünftigen Herausforderungen begegnen zu können, sind laut Dr. Hermann Kolesch neben qualifizierten Mitarbeitern auch zeitgemäße bauliche Rahmenbedingungen erforderlich. Schwerpunkte der Forschung sind unter anderem die Entwicklung von Anpassungsstrategien an den Klimawandel für Obstbaubetriebe, die Züchtung innovativer Obstarten und -sorten sowie die Erschließung neuer Wertschöpfungs- und Vermarktungspotenziale für bayerische Baumschulen.
Am Versuchsbetrieb „Stutel“ in Thüngersheim entstehen dafür in den nächsten Jahren Neubauten im Wert von fünf Millionen Euro. Geplant sind ein Wirtschafts- und Bürogebäude sowie eine Maschinen- und Gerätehalle.
Mit der Modernisierung unseres Versuchsbetriebes für Baumschulen und den Obstbau unterstützt der Freistaat Bayern auch weiterhin unser grünes Kompetenzzentrum für Forschung und Bildung.
Bereits in den vergangenen Jahren wurde in die Zukunftsfähigkeit der LWG investiert, beispielsweise durch den Neubau und die Modernisierung von Schul- und Wohngebäuden der Staatlichen Meister- und Technikerschule sowie den Neubau der Analytik, des Betriebsgebäudes und der Gewächshäuser des Zierpflanzenbaus, der 2012 abgeschlossen wurde und rund 20 Millionen Euro kostete. Ein weiterer Neubau für das Institut für Bienenkunde und Imkerei ist bereits in Planung.
