Ergebnisse der Marktbefragung zur Regenwasserbewirtschaftung
Eine aktuelle Marktbefragung der Mall GmbH, an der über 6.000 Fachleute aus Architektur- und Ingenieurbüros, Handwerk, Behörden, Hochschulen und dem Baustofffachhandel teilnahmen, beleuchtet die Einschätzungen zur Regenwasserbewirtschaftung in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Untersuchung, deren Ergebnisse im Juni 2023 veröffentlicht wurden, vergleicht die aktuellen Daten mit denen der Befragung aus dem Jahr 2020.
Dezentrale Bewirtschaftung und steigende Nachfrage
Die Ergebnisse zeigen einen fortschreitenden Wandel in der Branche: 77 % der Befragten bewerten die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung positiv. Dies bestätigt einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Regenwasser, der sich seit zwei Jahrzehnten abzeichnet. Nahezu alle Teilnehmer (99 %) erwarten eine steigende oder zumindest gleichbleibende Nachfrage nach Maßnahmen der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung.
Angesichts längerer Trockenperioden und intensiverer Starkregenereignisse hat sich die Regenwassernutzung als Topthema der Zukunft etabliert, gefolgt vom Thema Starkregen.
Bedeutung für das Stadtklima und Materialwahl
Die Erkenntnis, dass die Bewirtschaftung von Regenwasser vor Ort – anstatt der Ableitung in die Kanalisation – das Stadtklima positiv beeinflusst, wird von 62 % der Befragten als Chance gesehen. Im Jahr 2020 lag dieser Wert noch bei 50 %, 2015 sogar nur bei 26 %. Dies deutet darauf hin, dass das Konzept der Sponge City in der Branche zunehmend Akzeptanz findet.
Hinsichtlich der Materialwahl bei Anlagen zur Regenwasserbewirtschaftung bevorzugen 57 % der Teilnehmer Beton gegenüber Kunststoff. Beton wird dabei Stabilität, Langlebigkeit und ökologische Vorteile zugeschrieben.
