Der Regenwasser-Park in Rastatt: Ein innovatives Konzept
Angesichts zunehmender Starkregenereignisse und Trockenperioden gewinnt ein angepasster Umgang mit Wasser an Bedeutung. Städte und Kommunen stehen vor der Herausforderung, bestehende Strukturen umzurüsten, um die Ressource Wasser sparsamer zu nutzen. Der Spezialist für Regenwassermanagement, Hauraton, bietet hierfür Lösungen an und ist Partner im neu eröffneten Regenwasser-Park in Rastatt.
Der Regenwasser-Park, initiiert von ZG Raiffeisen Baustoffe, zeigt, wie Niederschlag effizient gespeichert, behandelt und wiederverwendet werden kann. Besucher können die technologischen Möglichkeiten auf dem Ausstellungsgelände direkt erleben. Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Hauraton und weiteren Industrieunternehmen.
Einzigartiger Ansatz für nachhaltige Stadtgestaltung
Stephan Falk, Tiefbauexperte und Initiator des Parks bei ZG Raiffeisen Baustoffe, erklärt die Motivation hinter dem Projekt:
Die Inspiration kam aus der Notwendigkeit, unsere Städte nachhaltiger zu gestalten. Die Folgen des Klimawandels beschleunigen die Entwicklung innovativer Lösungen, um mit Regen- und Trinkwasser sparsamer umzugehen. Dieser Park soll als Beispiel dienen, wie Fortschritt und ökologische Verantwortung Hand in Hand gehen.1
Thorin Oesterle, Experte für Regenwassermanagement bei Hauraton, beschreibt die Herausforderung bei der Umsetzung des bundesweit ersten Parks dieser Art:
Eine der größten Herausforderungen war es, die normalerweise unterirdischen Systeme, mit denen wir arbeiten – Filterrinnen, Retentionsräume und vieles mehr – sichtbar zu machen. Die Besucher sollen ja die Funktionsweise der verschiedenen Bewässerungssysteme anschaulich erleben und begutachten können. Daher wurde alles oberirdisch gestaltet, damit jeder sehen kann, wie Wasser gefiltert und gespeichert wird.2
Vorgestellte Systeme und ihre Funktionen
Im Park werden vier Hauptsysteme zur Bewässerung von Stadtbäumen präsentiert: Substratrinnen, Baumrigolen, Fassaden- und Dachbegrünungen sowie spezielle Pflastersteine zur Versickerung von Regenwasser. Diese Systeme tragen zur Verbesserung des städtischen Mikroklimas bei und können kombiniert werden, um ein nachhaltiges Regenwassermanagement zu ermöglichen.
Thorin Oesterle erläutert, wie diese Systeme zur Reduzierung von Hitzeinseln beitragen:
Die Fassaden- und Dachbegrünungen schaffen eine natürliche Kühlung, indem sie Verdunstung ermöglichen und Schatten spenden. Dadurch wird die Umgebungstemperatur gesenkt, was in dicht bebauten Städten besonders wichtig ist. Ebenso müssen Stadtbäume eine klimatische Aufgabe erfüllen, die beste Vitalität erfordert. Um deren Wachstum und Gesundheit zu fördern, sollen Baumstandorte gezielt in ein Regenwassermanagement-Konzept eingebunden werden. Damit werden Stadtbäume mit sauberem Wasser versorgt. Gleichzeitig können mit derartigen Lösungen größere Wassermengen bei Starkregenereignissen aufgenommen und zurückgehalten werden. Dies trägt zur Vorbeugung vor Schäden durch Überschwemmungen bei und wirkt gegen sinkende Grundwasserstände.3
Die Bedeutung der Wasserreinigung
Die Reinigung des Regenwassers vor der Baumbewässerung ist essenziell. Thorin Oesterle erklärt, dass Regenwasser, das sich mit belasteten Abflüssen von Verkehrsflächen vermischt, unerwünschte Begleitstoffe wie Reifenabrieb oder Schwermetalle enthalten kann. Da Baumstandorte auch der Versickerung dienen, müssen die Anforderungen der Gewässerschutzgüte und Bodenschutzverordnung erfüllt werden.
Mit der Filtersubstratrinne Drainfix Clean, die neben anderen Lösungen im Regenwasser-Park zum Einsatz kommt, werden diese Schadstoffe dauerhaft zurückgehalten. So kann das Niederschlagswasser nach Aufnahme, Reinigung und Nutzung zur Baumbewässerung – und damit unbelastet – wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt werden bzw. versickern.4
Regenwassernutzung in Trockenperioden
Um Regenwasser auch in Zeiten geringen Niederschlags nutzbar zu machen, können Rinnen an Zwischenspeicher angeschlossen werden. Das gespeicherte Wasser lässt sich bedarfsorientiert und zukünftig auch digital gesteuert nutzen. Systeme wie die von RX-Watertec im Regenwasser-Park gezeigt, messen die Bodenfeuchte im Wurzelbereich oder die Saugspannung des Baumes.
Künstliche Intelligenz kann diese Daten mit Wetterprognosen koppeln. Wenn ein Baum Durst hat, aber ein Regenereignis angekündigt ist, wird kein Bewässerungsvorgang ausgelöst, um Wasser zu sparen. Diese und weitere Möglichkeiten sind im Regenwasser-Park zu sehen.
Beitrag der Partner und Zukunftsperspektiven
Hauraton unterstützte die Umwandlung der Fläche in den Regenwasser-Park maßgeblich. Stephan Falk betont die Rolle des Unternehmens:
Ihre Expertise war entscheidend, um die dargestellten Systeme, die Regenwasser ableiten, reinigen, zurückhalten und versickern, funktional und passgenau in das Gelände zu integrieren. Die Fachleute von RX-Watertec haben hierfür die Digitalplanung und -technik für die Mess- und Überwachungslösungen übernommen.5
Der Regenwasser-Park soll Besucher dazu anregen, über nachhaltige Lösungen im eigenen Umfeld und für ihre Städte nachzudenken. Stephan Falk fasst zusammen:
Unser bisheriger Umgang mit Wasser steht auf dem Prüfstand. Der Regenwasser-Park möchte ein Lehrstück sein, das zeigt, wie wir gemeinsam an einer kreislauforientierten urbanen Zukunft arbeiten können. Jeder kann einen Beitrag leisten, ob im Privathaushalt, als Unternehmen oder als Gemeinde, und es beginnt oft mit kleinen Veränderungen.6


