Erster Qplus Award für herausragende Baumpflegeprojekte
Die Qualitätsgemeinschaft Baumpflege und Baumsanierung (QBB) hat erstmals den von der Baumpflege-Vereinigung initiierten „Qplus Award“ verliehen. Ausgezeichnet wurden die QBB-Mitgliedsunternehmen OSBAHR Garten- und Landschaftsbau und Opitz Großbaumverpflanzung für die Verpflanzung von zehn Großbäumen im neuen Rathausviertel in Hamburg Wilhelmsburg. Mit diesem Preis würdigt die QBB Projekte ihrer Mitglieder, die sich durch hohe Ausführungsqualität und Nachhaltigkeit in der Baumpflege auszeichnen.
Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 setzt sich die Qualitätsgemeinschaft Baumpflege und Baumsanierung mit ihren Mitgliedern dafür ein, die Qualitätssicherung bei der fachgerechten Behandlung von Bäumen in allen Arbeitsbereichen zu stärken und zu fördern. Mit dem ´Qplus` Award setzen wir genau hier an: Der Preis soll anhand ausgewählter Vorzeigeprojekte für eine ganzheitlich professionelle Baumpflege sensibilisieren und für unseren Beruf begeistern.
Dies erklärte Christian Draeger, 1. Vorsitzender der QBB, bei der Mitgliederversammlung der Baumpflege-Vereinigung am 24. Mai in Göttingen. Der Vorstand nutzte die Veranstaltung, um den „Qplus Award“ erstmals zu überreichen. Preisträger sind die Hamburger Firma OSBAHR Garten- und Landschaftsbau als ausführendes Unternehmen und die Firma Opitz als Lieferantin der benötigten Verpflanzungsmaschine.
Herausforderung Großbaumverpflanzung
Die Auszeichnung erfolgte für eine umfangreiche Großbaumverpflanzung im 29 Hektar großen Rathausviertel Wilhelmsburg, das seit Februar dieses Jahres durch die IBA Hamburg GmbH erschlossen wird. Im Rahmen vorbereitender Maßnahmen erhielt OSBAHR Garten- und Landschaftsbau den Auftrag, zehn Großbäume – neun Erlen und eine Stiel-Eiche – aus dem Projektgebiet an das Ufer der Wilhelmsburger Rathauswettern zu versetzen. Die Bäume, die im Rahmen der Internationalen Gartenschau 2013 gepflanzt wurden, sind etwa 25 Jahre alt, haben einen Stammdurchmesser von rund 30 cm und eine Höhe von etwa 14 m.
Die Verpflanzung dieser Bäume stellte eine erhebliche Herausforderung dar, sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch der Größe der Bäume. Sönke Scheel, Leiter der Abteilung Baumpflege bei OSBAHR, erläuterte die Planung:
Die Planung sah vor, alle zehn Bäume innerhalb eines Arbeitstages an ihren neuen Standort zu bringen und dort einzupflanzen. Hierfür benötigten wir zunächst eine passende Maschine.
Unterstützung erhielt das Hamburger Unternehmen von der Fachfirma Opitz, die auf Großbaumverpflanzungen spezialisiert ist. Opitz stellte für die Ausgrabung und den Transport eine Maschine bereit, die in Europa eingesetzt wird und Bäume mit Stammumfängen von bis zu 120 cm und einem Ballendurchmesser von bis zu drei Metern entnehmen und versetzen kann.
Besondere Umstände und Nachhaltigkeit
Die erfolgreiche Umsetzung des Projekts wurde durch günstige Bedingungen unterstützt. Sönke Scheel berichtete:
Uns spielte in die Karten, dass alle Transportwege gut befahrbar waren, und der neue Standort nicht weit entfernt lag. So ist es uns mit einem großen Team gelungen, die zehn Großbäume innerhalb des einen Tages umzusetzen.
Scheel betonte die Besonderheit des Projekts, da die Verpflanzung von Bäumen dieser Größe in Städten und Gemeinden selten ist. Oftmals sei das Fällen von Bäumen kostengünstiger als deren Umsetzung. Dabei werde jedoch übersehen, dass ältere Bäume ein etabliertes Ökosystem bilden, das nicht einfach durch junge Bäume ersetzt werden kann. Zudem sind ältere und größere Bäume in Baumschulen nicht standardmäßig verfügbar. Christian Draeger ergänzte, dass es im öffentlichen Raum infolgedessen immer weniger ältere Bäume gebe, obwohl diese einen wichtigen Beitrag zur Luft- und Lebensqualität in Städten leisten.
Vorbildcharakter und zukünftige Auszeichnungen
Die Entscheidung der IBA Hamburg, in den Erhalt und die Verpflanzung der zehn Großbäume zu investieren, besitzt laut Draeger Vorbildcharakter. Er hob hervor, dass qualifizierte Baumpflegeunternehmen in der Lage sind, solche umfangreichen und herausfordernden Verpflanzungen professionell umzusetzen. Diese Argumente waren ausschlaggebend für die Verleihung des ersten „Qplus Award“.
Zukünftig sollen sich QBB-Mitglieder aktiv für den Preis bewerben können. Christian Draeger erläuterte die Kriterien für die Vergabe:
Wir werden den Qplus Award immer dann verleihen, wenn eine Maßnahme in ihrer baumpflegerischen Ausführungsqualität heraussticht. Es kann sich hier zum Beispiel um einen außergewöhnlichen Standort handeln oder um einen Baum, der besonders alt und wertig ist. Wir bewerten aber auch die Nachhaltigkeit und eine besonders gute Zusammenarbeit zwischen unterschiedlichen Gewerken.
Am neuen Standort in Hamburg Wilhelmsburg hat die Firma OSBAHR Rehabilitationszonen am Fuße aller zehn Bäume geschaffen. Der Boden wurde aufgelockert und mit wurzelwachstumsfördernden Lockstoffen angereichert. Um den unvermeidlichen Wurzelverlust bei der Ausgrabung auszugleichen, wurde ein Ausgleichsschnitt in den Kronen vorgenommen. Die IBA Hamburg GmbH übernimmt in den kommenden Jahren die Kosten für die Anwuchspflege, um sicherzustellen, dass die Bäume die Verpflanzung ohne Folgeschäden überstehen und gesund altern können.


