Motoren und Antriebstechnik

Biodiesel im GaLaBau: Forschung bestätigt technische Eignung und Potenziale

Aktuelle Forschungsergebnisse der Universität Rostock belegen die technische Machbarkeit von reinem Biodiesel (B100) in der Land- und Forstwirtschaft. Ein Dauerlauftest bestätigte die Betriebsfestigkeit von Motor und Abgasnachbehandlungssystem, was die Treibhausgasemissionen im Mobilitätssektor reduzieren kann.

Positive Ergebnisse für den Einsatz von B100

Der Einsatz von reinem Biodiesel (B100) in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Flottenbetrieb kann die Treibhausgasemissionen im Mobilitätssektor reduzieren. Aktuelle Forschungsergebnisse des Lehrstuhls für Kolbenmaschinen und Verbrennungsmotoren (LKV) der Universität Rostock belegen die technische Machbarkeit.

Ein Forschungsprojekt, gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), untersuchte das Betriebsverhalten eines typischen Motors. Dabei wurde die Eignung von Biodiesel für Serienmotoren der Abgasstufe EU COM IV (Non-Road) für Industrie- und Landtechnikanwendungen nachgewiesen. Ein Dauerlauftest auf Basis des NRTC-Prüfzyklus bestätigte die Betriebsfestigkeit des Abgasnachbehandlungssystems (AGN) und des Motors.

Die Langzeitversuche zeigten, dass Motor und Einspritzsystem unverändert funktionierten und keine Leistungseinbußen auftraten. Auch nach 1.000 Betriebsstunden im B100-Dauerlauf wurden die Emissionsgrenzwerte weiterhin eingehalten. Basierend auf diesen positiven Ergebnissen hat der Hersteller Deutz im November 2017 seine Euro IV-Traktoren für B100 freigegeben. Es besteht die Erwartung, dass weitere Hersteller von Traktoren und landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen Freigaben für B100 und Biodiesel-Blends erteilen werden. Da das untersuchte AGN-System auch in Motoren der Abgasstufe EU COM V verwendet wird, erscheint eine B100-Freigabe auch für diese Motoren grundsätzlich möglich.

Reduzierung von Kraftstoffablagerungen in Einspritzsystemen

In einem weiteren, vom BMEL und der Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV e.V.) geförderten Projekt der Universität Rostock wurden Maßnahmen zur Reduzierung von Kraftstoffablagerungen (IDID – Internal Diesel Injector Deposits) in modernen Diesel-Injektoren untersucht. Umfassende Prüfstands- und Laborversuchsreihen belegten, dass bestimmte Maßnahmen oder Maßnahmenkombinationen eine quantifizierbare Reduzierung von Ablagerungen an unbeanspruchten und beanspruchten Bauteilen bewirken.

Diese Erkenntnisse ermöglichen Motorenherstellern die Entwicklung gezielter Strategien zur Vermeidung extensiver Belagsbildung an Einspritzkomponenten, was die Wettbewerbsfähigkeit ihrer Produkte verbessern kann. Eine Berücksichtigung dieser Forschungsergebnisse durch die Mineralölindustrie und Normungsausschüsse könnte die Anzahl ablagerungsbedingter Betriebsstörungen und die damit verbundenen Kosten senken. Angesichts der Vielfalt motorischer Anwendungen wird den Projektergebnissen eine erhebliche wirtschaftliche Bedeutung zugeschrieben.

Die positive Resonanz von Industriepartnern und internationalen Experten unterstreicht dies. Die Ergebnisse beider Biokraftstoffprojekte der Universität Rostock zeigen die Entwicklungsoptionen und Marktchancen von Biokraftstoffen auf. Sie können dazu beitragen, das Vertrauen von Motorenherstellern und Anwendern in Biokraftstoffe und Biokraftstoff-Blends wiederherzustellen. Dies könnte die Marktanteile von Biokraftstoffen im Non-Road-Bereich und im Straßenverkehr steigern und somit zur Erreichung der Energie- und Klimaziele im Verkehrssektor beitragen.

18.02.2018

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