Die Grüne Stadt

Luftreinhaltung: Klage gegen Deutschland und die Rolle von Gehölzen

Die EU-Kommission verklagt Deutschland wegen Luftverschmutzung. Der Bund deutscher Baumschulen fordert einen Umweltfonds für Begrünung, da Gehölze als natürliche Feinstaubfilter die Luftqualität verbessern können.

Hintergrund der Klage und die Hauptschadstoffe

Die Europäische Kommission hat am 17. Mai 2018 Klage gegen sieben Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, beim Gerichtshof der Europäischen Union eingereicht. Hintergrund ist die anhaltende Luftverschmutzung, die trotz allgemeiner Verbesserungen der Luftqualität in der EU weiterhin zu chronischen Krankheiten wie Asthma, Herz-Kreislauf-Problemen und Lungenkrebs beiträgt.

Als Hauptschadstoffe benennt die EU-Kommission Stickstoffdioxid (NO2), das primär aus dem Straßenverkehr und der Industrie stammt, sowie Feinstaub (PM10), der durch Emissionen aus Industrie, privaten Heizungsanlagen, Verkehr und Landwirtschaft entsteht.

Maßnahmen zur Luftverbesserung und der Ruf nach einem Umweltfonds

Als Reaktion auf die Klage fordert die Bundesregierung technische Nachrüstungen für Dieselfahrzeuge, um Fahrverbote in Städten zu vermeiden. In diesem Kontext spricht sich der Bund deutscher Baumschulen (BdB) erneut für einen gemeinsamen Umweltfonds der Autohersteller aus. Dieser Fonds soll Gelder für die Begrünung mit Gehölzen durch Kommunen bereitstellen. Der BdB betont zudem die Notwendigkeit weiterer Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität und des Stadtklimas.

Gehölze als natürliche Feinstaubfilter

Gehölze tragen mit ihrer Filterfunktion zur Verbesserung der Luftqualität bei. Die Beschaffenheit der Blattoberfläche spielt dabei eine entscheidende Rolle: Eine dichtere Behaarung erhöht das Bindevermögen für Partikel. Grünanlagen können somit als passive und permanente Feinstaubfilter wirken.

„Auch Gehölze sorgen mit ihrer Filterfunktion für gute Luft. Dabei spielt die Beschaffenheit der Blattoberfläche eine wichtige Rolle: je dichter die Behaarung, desto höher das Bindevermögen. So gesehen können Grünanlagen als eine Art passiver und permanenter Feinstaubfilter agieren.“

Studien zeigen, dass bestimmte Arten wie der Runzelblättrige Schneeball, die Schwedische Mehlbeere, die Baumhasel oder die Johannisbeere eine hohe Feinstaubakkumulation aufweisen können. Der Wirkungsgrad der Filterleistung wird zudem vom Alter der Pflanze und dem allgemeinen Zustand der Grünanlage beeinflusst. Gehölze unterschiedlicher Herkunft, wie die aus Südosteuropa stammende Silber-Linde, können aufgrund ihrer Blatteigenschaften eine gute Filterwirkung erzielen.

21.05.2018

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