Naturschutz

Mehr Klimaschutz durch nachhaltige Landwirtschaft

Die Bundesregierung strebt eine deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen an, wobei die Landwirtschaft einen erheblichen Anteil trägt. Ein Positionspapier beleuchtet die Rolle des ökologischen Landbaus und die Notwendigkeit einer Reform der europäischen Agrarpolitik für mehr Klimaschutz.

Ökologischer Landbau als Schlüssel zum Klimaschutz

Eine zentrale Forderung an die Bundesregierung ist die Verankerung des Ökologischen Landbaus als Leitbild für eine ressourcen- und klimaschonende Landnutzung.

Die Produktionsweisen des ökologischen Landbaus bringen verstärkten Humusaufbau in Böden und damit Kohlenstoffrückbindung mit sich. Die Bio-Tierhaltung basiert nicht auf Importfuttermitteln wie Soja, deren Produktion insbesondere in Entwicklungsländern klimaschädliche Effekte mit sich bringt. Durch längere Lebensleistung in der Tierhaltung und emissionsärmere Festmistsysteme ergeben sich weitere positive CO2-Effekte. Die Bundesregierung muss die Potenziale des ökologischen Landbaus als Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen bei der Ausgestaltung ihrer Politikmaßnahmen verstärkt nutzen. Eine gezielte Förderpolitik würde auch dem Ziel der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie dienen, den ökologischen Landbau auf 20 Prozent der Agrarfläche auszudehnen.

Notwendigkeit einer Reform der europäischen Agrarpolitik

Die Reform der europäischen Agrarpolitik wird als entscheidend für den Klimaschutz angesehen.

Die Zeit für die große Reform ist gekommen. Die Landwirtschaft steht vor gewaltigen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt: der Klimawandel, der massive Verlust der Artenvielfalt, die ungelöste Wasserproblematik, die immer größere Kluft zwischen gesellschaftlichen Anforderungen und marktorientierter Landwirtschaft, die in einigen ländlichen Gebieten zunehmende Arbeitslosigkeit und Perspektivlosigkeit sowie zunehmende globale Agrarkrisen.

Die Klima-Allianz fordert die Bundeslandwirtschaftsministerin auf, die Pläne für eine verbesserte Agrarpolitik im Rahmen der EU-Agrarreform nach 2013 nicht zu behindern. Die Vorschläge von Agrarkommissar Dacian Ciolos, die Direktzahlungen an den Umweltschutz zu binden, werden begrüßt.

Entwicklungspolitische Perspektiven und globale Auswirkungen

Die derzeitige europäische Agrarpolitik wird kritisch betrachtet, da sie nicht nur für Konsumenten und die bäuerliche Landwirtschaft in Europa problematisch sei, sondern auch negative Auswirkungen auf die Entwicklung von Bauern in Afrika habe.

Billigexporte zerstören dort heimische Märkte, der Anbau für unsere Futtermittel im Süden konkurriert mit der Ernährungssicherheit der Menschen vor Ort und die Klimafolgen treffen die Armen zuerst. Auch aus entwicklungspolitischer Perspektive ist es daher an der Zeit, sich deutlich für einen Systemwechsel in der europäischen Agrarpolitik auszusprechen.

Die Klima-Allianz fordert, die Agrar- und Ernährungspolitik als Teil der Klimapolitik auszurichten. Dies soll durch konkrete Reduktionsziele und die Ausarbeitung eines verbindlichen Aktionsprogramms geschehen. Die Klima-Allianz ist ein Bündnis aus über 110 Umwelt- und Entwicklungsorganisationen, Gewerkschaften und Kirchen, das sich für Klimaschutz einsetzt.

27.01.2011

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