UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen startet Beteiligungsphase
Zum Weltumwelttag am 5. Juni informieren das Bundesumweltministerium (BMUV) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) über den Start der Öffentlichkeitsbeteiligung im Rahmen der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen (2021–2030). Online-Dialoge, ein bundesweiter Projektwettbewerb sowie begleitende Informationsangebote sollen Aktivitäten zum Schutz und zur Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme fördern.
Der diesjährige Weltumwelttag steht in Deutschland unter dem Motto „Natürlich Klima schützen: Moore, Wälder und Meere erhalten!“. Im Zentrum des ersten Projektwettbewerbs stehen Ökosysteme der Kultur- und Agrarlandschaften, die vielfach stark beansprucht und in ihrer ökologischen Funktion eingeschränkt sind.
„Wer dazu beiträgt, Moore, Böden, Wälder und Meere zu schützen und wiederherzustellen, betreibt effektiven Natur- und Klimaschutz. Denn nur gesunde Ökosysteme können ihre Klimaschutzwirkung voll entfalten und schützen uns gleichzeitig vor den Folgen der Klimakrise, wie zum Beispiel Hochwasserereignissen oder Dürren. Zugleich sind gesunde Ökosysteme wertvolle Lebensräume für eine reiche Tier- und Pflanzenwelt und sichern unsere Lebensgrundlagen. Die Wiederherstellung von Ökosystemen steht deshalb auch im Fokus der neuen UN-Dekade. Sie unterstützt damit auch die Ziele der Bundesregierung im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz.“
Wettbewerb mit Fokus auf Agrar-Ökosysteme
In der ersten Wettbewerbsrunde liegt der Schwerpunkt auf übernutzten Kultur- und Agrarlandschaften, deren Lebensräume und charakteristische Arten häufig stark gefährdet sind. Ziel ist es, beispielhafte Projekte zur Wiederherstellung dieser Ökosysteme sichtbar zu machen und weiteres Engagement anzustoßen.
„In der ersten Wettbewerbsrunde setzen wir den Fokus auf Ökosysteme in Kultur- und Agrarlandschaften, die stark übernutzt sind und deren wertvolle Lebensräume und charakteristische Arten häufig stark gefährdet sind. In diesen Ökosystemen besteht somit großer Bedarf für eine Wiederherstellung. Mit der Auszeichnung von Projekten im Rahmen der UN-Dekade machen wir den bundesweiten Einsatz für die Wiederherstellung von vielfältigen Agrar-Ökosystemen in Deutschland sichtbar, die für den Schutz der Biodiversität wichtig ist. Zugleich möchten wir damit weiteres gesellschaftliches Engagement und neue Projekte in dem Bereich anregen.“
Bis 2024 sind in Deutschland fünf unabhängige Wettbewerbsrunden geplant, jeweils mit einem eigenen Ökosystem-Schwerpunkt. Pro Runde werden drei Gewinnerprojekte ausgewählt und vor Ort ausgezeichnet. Zusätzlich wird unter allen prämierten Projekten eines Jahres ein „Projekt des Jahres“ gekürt.
Die ausgezeichneten Initiativen erhalten eine Urkunde sowie ein Signet zur Nutzung in der Öffentlichkeitsarbeit. Projektträger können sich über die Website der UN-Dekade bewerben. Bewerbungsschluss für die aktuelle Runde ist der 12. Juni 2022.
Fachlicher Austausch in Online-Dialogen
Ergänzend zum Wettbewerb finden im zweimonatigen Rhythmus Online-Dialoge statt. Sie bieten Raum für fachlichen Austausch zu Fragen der Ökosystem-Wiederherstellung. Der erste Dialog befasste sich mit Maßnahmen in Kultur- und Agrarlandschaften und deren Wirksamkeit.
Im August 2022 folgt eine Veranstaltung zum Thema „Der GAP-Strategieplan: Chancen und Hindernisse für Ökosysteme und biologische Vielfalt in Deutschland“. Damit werden agrarpolitische Rahmenbedingungen ebenso in den Blick genommen wie praktische Umsetzungsfragen.
Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2021 bis 2030 zur UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen erklärt. Ziel ist es, die fortschreitende Degradierung weltweit zu stoppen und geschädigte Ökosysteme wiederherzustellen – als Grundlage für Biodiversität, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung.
