Bauwerksbegrünung, Die Grüne Stadt

Kommunen setzen auf Dach- und Fassadengrün für den Klimaschutz

Städte und Gemeinden sind aufgerufen, den Klimaschutz zu intensivieren. Dach- und Fassadenbegrünung bietet hierfür eine effektive Lösung. Die Initiative „Grün in die Stadt“ des BGL weist auf Fördermöglichkeiten hin und betont die Vorteile für Mikroklima und Lebensqualität.

Dach- und Fassadengrün als Klimaschutzmaßnahme

Die Ergebnisse des Klimagipfels 2021 unterstreichen die Notwendigkeit für Städte und Gemeinden, den Klimaschutz zu intensivieren. Eine Möglichkeit hierfür sind Investitionen in Stadtgrün, insbesondere in Dach- und Fassadenbegrünung. Dies geht aus einer Mitteilung der Initiative „Grün in die Stadt“ des Bundesverbandes Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) hervor, die auch auf Fördermöglichkeiten hinweist.

„Städte und Gemeinden müssen deutlich mehr in Dach- und Fassadenbegrünung investieren“, fordert Jan Paul, BGL-Vizepräsident. Die Länder des Klimagipfels hatten sich vor wenigen Tagen gemeinsam dem Ziel verpflichtet, die Erderwärmung bei 1,5 Grad zu stoppen. Bis Ende 2022 sollen nun die Klimaschutzpläne dazu stehen. „Wir müssen jetzt alle mit anpacken, damit diese Pläne schnell in konkrete Schutzmaßnahmen für unsere Lebensgrundlagen münden“, so Paul. „Natürlich kann jeder Mensch etwas für seinen persönlichen, grünen Fußabdruck tun. Doch kommunale Entscheiderinnen und Entscheider können mehr bewirken, indem sie Stadtgrün in einer ganzen Region schnell und deutlich vorantreiben.“

Vorteile von Dach- und Fassadengrün

Stadtgrün, einschließlich Dach- und Fassadenbegrünung, verbessert das Mikroklima und den CO2-Ausgleich. Es kann Überschwemmungen und Hitzefolgen mindern und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus. Studien zeigen, dass bereits eine Begrünung von fünf Prozent aller Gebäudeoberflächen das städtische Mikroklima signifikant verbessern kann.

  • Vertikale Grünflächen filtern die Luft, senken CO2-Werte und reduzieren durch Verdunstung die Umgebungstemperatur.
  • Fassadengrün spendet Schatten und reflektiert Sonnenlicht, was Gebäude auf natürliche Weise isoliert. Dies kann den Bedarf an Klimaanlagen oder Heizungen reduzieren.
  • Professionell angelegte Grünflächen schützen die Gebäudesubstanz vor Umwelteinflüssen.

Bei der Dachbegrünung gibt es extensive Varianten mit niedrigwachsenden Pflanzen wie Sedumarten, Kräutern und Gräsern sowie intensive Begrünungen mit hochwachsenden Pflanzen wie Stauden, Sträuchern und Bäumen. Für Fassaden können boden- oder fassadengebundene Bepflanzungen gewählt werden, die sich in ihrer Befestigung unterscheiden. Unabhängig von der gewählten Methode trägt jede professionelle Begrünung zum Klimaschutz und zur Luftreinigung bei. Landschaftsgärtner sind Fachleute für die Planung und Umsetzung von Dach- und Fassadengrün, das sich auch mit Solarpanels kombinieren lässt.

Kostenersparnis und Lebensqualität

Begrünte Dächer und Fassaden fangen Regenwasser auf und nutzen es, wodurch weniger Wasser in die Kanalisation abgeleitet werden muss. Dies führt zu einer Reduzierung der Niederschlagsgebühren. Angesichts steigender Abwassergebühren können sich die Investitionen in grüne Hausdächer über mehrere Jahrzehnte amortisieren, auch für Städte und Kommunen.

Grünkonzepte verbessern nicht nur das Mikroklima, sondern steigern auch die Lebensqualität und Attraktivität einer Stadt. Begrünte Dächer und Fassaden können einen Wettbewerbsvorteil im Kampf um Arbeitskräfte und Einwohner darstellen. Zusätzlich bieten Grünflächen Lebensraum für Tiere und tragen somit zum Schutz der biologischen Vielfalt bei.

Fördermöglichkeiten für Grünprojekte

Städte und Gemeinden müssen Grünprojekte nicht ausschließlich aus eigenen Mitteln finanzieren. Die EU, der Bund und die Länder stellen verschiedene Fördermittel zur Verfügung. Der Förder-Check der Initiative „Grün in die Stadt“ des BGL bietet Stadtplanern Unterstützung bei der Suche nach passenden Finanzierungsoptionen für städtisches Grün.

30.11.2021

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