MOSSCLONE: Ein europäisches Forschungsprojekt zur Luftüberwachung
Das Konsortium mit dem Namen MOSSCLONE wird im Rahmen der EU-Initiative "Öko-Innovation!" mit 3,5 Millionen Euro über drei Jahre gefördert. Es besteht aus fünf akademischen Partnern und fünf mittelständischen Unternehmen aus Spanien, Frankreich, Italien, Irland und Deutschland. Die industriellen Partner tragen zusätzlich knapp eine Million Euro aus Eigenmitteln bei.
Pflanzen werden bereits als Bioindikatoren eingesetzt, da sie Schadstoffe aufnehmen und speichern können. Moose eignen sich hierfür besonders gut, da sie keine Wurzeln besitzen und eine große Oberfläche im Verhältnis zu ihrer geringen Masse aufweisen.
Innovative Moos-Beutel für die Umweltüberwachung
Eine zentrale Innovation des MOSSCLONE-Projekts ist die kontrollierte Anzucht großer Mengen eines Torfmooses unter Laborbedingungen. Die Moospflänzchen sollen anschließend inaktiviert und ihre Oberflächenstrukturen in luftdurchlässige Beutelchen gefüllt werden. Diese sogenannten „Moos-Beutel“ werden dann an verschiedenen europäischen Standorten in Messstationen aufgehängt, um ihre Fähigkeit zur Akkumulation von Luftschadstoffen zu testen.
Wir werden Methoden der Molekularbiologie und Materialwissenschaften mit denen der Ökologie und Bionik verbinden.
Dies erläutert Ralf Reski, der derzeit Senior Fellow am Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) ist. Die Forscher erwarten, dass die entwickelten Moos-Beutel in naher Zukunft europaweit zur Umweltüberwachung eingesetzt werden können.
