Naturschutz

Borkenkäferbefall in Fichtenforsten: Eine Herausforderung für den Waldschutz

Der Borkenkäferbefall in Fichtenforsten nimmt zu, begünstigt durch Dürre und Hitze. Waldschutzmaßnahmen umfassen auch den Einsatz von Pestiziden. Langfristig ist der Waldumbau zu naturnahen Laub- und Mischwäldern entscheidend, um die Anfälligkeit der Wälder zu reduzieren.

Zunehmender Borkenkäferbefall in Fichtenforsten

Die aktuellen Waldbrände in Kiefernforsten haben bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Parallel dazu ist in Fichtenforsten eine Zunahme des Borkenkäferbefalls zu beobachten, der zum Absterben von Fichten führt. Im Rahmen von Waldschutzmaßnahmen kommen dabei auch Pestizide zum Einsatz, um das Holz und angrenzende Forste zu schützen.

Fichtenforste zeigen seit Langem eine Anfälligkeit gegenüber extremen Wetterereignissen. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr den Borkenkäferbefall begünstigt, da das Insekt bereits im warmen April optimale Bedingungen vorfand. Zudem sind durch Stürme vorgeschädigte Wälder weniger widerstandsfähig gegenüber dem Borkenkäfer. Besonders betroffen von Massenvermehrungen sind Bundesländer mit einem hohen Fichtenanteil, darunter Bayern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Thüringen und Baden-Württemberg.

Die Fichtenforste machen seit vielen Jahren sehr deutlich, wie anfällig sie gegenüber extremen Wetterereignissen sind. Dürre und Hitze haben in diesem Jahr auch den Borkenkäfer-Befall begünstigt, das Insekt hatte bereits mit einem warmen April optimale Bedingungen. Auch haben durch Stürme vorgeschädigte Wälder dem Borkenkäfer weniger entgegenzusetzen.

Die Fichte (Picea abies) ist Teil des natürlichen Baumartenspektrums in Deutschland, kommt aber von Natur aus nur in höheren Lagen der Mittelgebirge und in den Alpen vor. Aufgrund der Nutzungsgeschichte der Wälder und ökonomischer Interessen der Forst- und Holzindustrie hat die Fichte heute noch einen Anteil von 25 Prozent, mit abnehmender Tendenz. Fichten können sich durch Harzbildung gegen Borkenkäfer wehren. Für die Harzbildung ist jedoch Wasser notwendig, das den Bäumen aufgrund der anhaltenden Trockenheit derzeit nicht zur Verfügung steht. Gleichzeitig profitieren Borkenkäfer von den hohen Temperaturen und können sich gut vermehren.

Waldumbau als langfristige Lösung

Zur Bekämpfung der Borkenkäfer werden auch Pestizide im Rahmen der sogenannten Polterspritzung eingesetzt, bei der im Wald lagerndes, geerntetes Holz mit einem Insektizid behandelt wird.

Wir können aber nicht über Jahre mit Gift gegen die Klimaveränderung ankämpfen. Kurzfristige Lösungen sind nicht vorhanden. Mittel- bis langfristig hilft nur der Waldumbau hin zu naturnahen Laub- und Mischwäldern.

Der Trend in der Forstwirtschaft, Fichten durch Douglasien und andere schnellwachsende Nadelbaumarten zu ersetzen, verhindert die Entwicklung naturnaher Waldstrukturen und sollte beendet werden.

06.09.2018

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