Naturschutz

NABU-Initiative: Eine Treckerbreite für den Insektenschutz

Der NABU ruft Bäuerinnen und Bauern auf, Maßnahmen zum Schutz von Insekten zu ergreifen. Eine Treckerbreite nicht zu mähen, spritzen oder düngen, soll ein Signal für eine umweltverträglichere Landwirtschaft setzen.

Aufruf zu konkreten Maßnahmen für den Insektenschutz

Der NABU ruft unter dem Motto „Eine Treckerbreite für den Insektenschutz“ Bäuerinnen und Bauern dazu auf, Maßnahmen zum Schutz von Bienen, Schmetterlingen und anderen Insekten auf ihren Flächen zu ergreifen. Wenn auf den über 266.000 landwirtschaftlichen Betrieben in Deutschland eine Treckerbreite nicht gemäht, gespritzt oder gedüngt wird, soll dies ein Signal für eine umweltverträglichere Landwirtschaft setzen.

„Wir laden alle Bäuerinnen und Bauern ein, schon jetzt eine Treckerspurbreite für den Lebensraum von Insekten frei zu halten. Jeder Meter für Insekten zählt und ist ein Ausdruck der Dialogbereitschaft“, sagt NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Landwirtinnen und Landwirte, die Platz für die Natur schaffen und Pestizide und Dünger reduzieren, müssen unterstützt und nicht bestraft werden.“

Politischer Dialog und konkrete Maßnahmen

Kürzlich trafen sich auf Einladung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze und Bundesagrarministerin Julia Klöckner Vertreter aus Politik, Landwirtschaft und Naturschutz. Ziel des Treffens war es, das im September von der Bundesregierung beschlossene Aktionsprogramm Insektenschutz zu diskutieren und den Dialog über dessen Umsetzung zu führen. Der NABU fordert, dass nach den vereinbarten politischen Ideen nun konkrete Maßnahmen umgesetzt werden.

„Hier erwartet der NABU, dass nach den vereinbarten politischen Ideen, jetzt auch konkrete Maßnahmen umgesetzt werden. Das aktuelle Programm ist ein Leitfaden und muss nun zügig zum echten Insektenschutzgesetz werden“, so Krüger weiter.

Kurzfristig wirksame Maßnahmen zum Insektenschutz können auch auf kommunalen Grünflächen und im Gartenbereich umgesetzt werden. Auch Betriebe haben die Möglichkeit, auf ihren Flächen Raum für die Natur zu schaffen. Dabei sollte der Verzicht auf Pestizide und Dünger berücksichtigt werden.

Besorgniserregender Insektenrückgang

Aktuelle Studien belegen einen erheblichen Rückgang der Insektenpopulationen. Die Biomasse an Fluginsekten ist demnach selbst in Naturschutzgebieten in den vergangenen 30 Jahren um 70 Prozent zurückgegangen. Eine im Fachmagazin „Nature“ veröffentlichte Studie eines internationalen Forscherteams zeigte zudem, dass im Wald die Insektenmasse zwischen 2008 und 2017 um 41 Prozent und die Artenvielfalt um 36 Prozent geschrumpft ist.

Da überwiegend Insektengruppen betroffen waren, die weite Strecken zurücklegen, vermuten die Wissenschaftler eine Wechselwirkung zwischen der umgebenden Landwirtschaft und dem Lebensraum Wald.

21.11.2019

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