Naturschutz

Schwalben im GaLaBau: Unterstützung für gefährdete Sommerboten

Schwalben sind in ihrem Bestand gefährdet. Der NABU ruft dazu auf, die Zugvögel durch gezielte Maßnahmen zu unterstützen. Erfahren Sie, wie Sie Rauch- und Mehlschwalben helfen können, ihre Nester zu bauen und Nahrung zu finden.

Gefährdete Sommerboten: Unterstützung für Rauch- und Mehlschwalben

Ab Mitte März treffen die ersten Rauchschwalben ein, gefolgt von den Mehlschwalben ab Mitte April. Schwalben sind bekannt für ihre Ortstreue und nutzen bevorzugt bestehende Nester. Sie bauen oder reparieren ihre Nester aus Lehm, Ton oder schlammiger Erde, die sie mit Speichel zu kleinen Kügelchen formen.

Pünktlich zum Frühlingsbeginn kommen die Schwalben zurück nach Deutschland. Rauch- und Mehlschwalben waren jahrhundertelang ganz selbstverständliche Mitbewohner in unseren Dörfern und Städten. Heute sind sie leider gefährdet. Jeder kann etwas tun und Schwalben mit Lehmpfützen, Nisthilfen oder Kunstnestern und insektenreichen Gärten helfen. Dafür ist jetzt die richtige Zeit. Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer

Um den Nestbau zu erleichtern, können Lehmpfützen angelegt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass diese nicht mehr als 300 Meter vom Niststandort entfernt sind und Katzen keine Deckung finden.

Bestandsentwicklung und Gefährdungsursachen der Schwalbenarten

Die Mehlschwalbe (Delichon urbicum) ist an ihrem weißen Bürzel und Bauch sowie dem tief gekerbten Schwanz zu erkennen. Sie gilt als gefährdet, mit einem Bestand von 500.000 bis 920.000 Brutpaaren in Deutschland. Ursprünglich Felsenbrüter, haben sie sich als Kulturfolger an menschliche Siedlungen angepasst und bauen ihre geschlossenen Lehmnester unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen.

Die Bestände der Mehlschwalbe gehen aufgrund illegaler Nestzerstörung, Vergrämungsmaßnahmen an Gebäuden und dem Rückgang von Insekten stetig zurück. Kotablagerungen unter den Nestern können durch die Anbringung eines Brettes etwa einen halben Meter unterhalb des Nestes aufgefangen und als natürlicher Dünger genutzt werden.

Die Rauchschwalbe (Hirundo rustica) zeichnet sich durch ihr glänzend blauschwarzes Gefieder, die weiße Unterseite, die rötlich-beige Kehle und lange Schwanzspieße aus. Sie brütet vor allem im Inneren von Gebäuden, bevorzugt in geschützten Ecken. Ihre nach oben offenen Lehmnester finden sich häufig in Ställen, Scheunen, Carports und Garagen.

Auch die Rauchschwalbe steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste. Ihr Bestand ist seit 1985 um über 20 Prozent gesunken, auf aktuell 455.000 bis 870.000 Paare in Deutschland. Da Rauchschwalben ihre Jungen oft im Inneren von Gebäuden aufziehen, ist es wichtig, während der Brutsaison Fenster, Türen oder Einflugöffnungen offen zu halten. Eine kleine Einflugluke genügt den Tieren.

Bedeutung der Insekten und das „Schwalbenfreundliche Haus“

Schwalben ernähren sich hauptsächlich von Mücken, Fliegen und Blattläusen, die sie im Flug fangen.

Schwalben fangen vor allem Mücken, Fliegen und Blattläuse aus der Luft. Daher werden sie als nützliche Vertilger geschätzt. Leif Miller, NABU-Bundesgeschäftsführer

Der Insektenschwund stellt jedoch ein großes Problem dar, da die Schwalben nicht genügend Nahrung für ihren Nachwuchs finden. Ein insektenfreundlicher Garten kann hier Abhilfe schaffen.

Um das Engagement für den Schwalbenschutz zu fördern, vergibt der NABU die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“.

Es ist eine schöne Art, um auf den Schutz der Vögel aufmerksam zu machen und zu zeigen, dass das Leben mit der Natur direkt am eigenen Heim möglich ist. Julia Ehritt, Koordinatorin des Projektes

Seit Beginn der Aktion im Jahr 2017 wurden bereits 10.000 Auszeichnungen verliehen.

26.03.2023

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