Schutz und Lebensraumgestaltung für Fledermäuse
Fledermäuse sind in der Dämmerung auf Nahrungssuche und suchen Unterschlupf. Beobachtungen zeigen, dass viele Tiere auch im Winter aktiv sind.
Es gibt bereits erste Studien, die zeigen, dass Fledermäuse wegen steigender Temperaturen oft keine durchgehende Winterruhe mehr haben. Sie wachen immer wieder auf, müssen dann nach Nahrung suchen, finden aber kaum etwas – ein enormer Stress, der die Überlebenschancen schmälert.
Fledermäuse überwintern typischerweise in Höhlen, Stollen, Dachstühlen, alten Kellern oder Bunkeranlagen. Als Insektenfresser jagen sie Mücken, Schnaken, Nachtfalter und Käfer im Flug. Dieses Schauspiel wird jedoch aufgrund des Insektensterbens seltener.
Herausforderungen für heimische Fledermausarten
Von den 25 heimischen Fledermausarten befinden sich 16 in einem ungünstigen oder schlechten Erhaltungszustand.
Die Ursachen sind unter anderem die Intensivierung der Landwirtschaft, der massive Einsatz von Pestiziden, der zunehmende Verlust von Strukturvielfalt in der Landschaft, von alten, naturnahen Wäldern sowie die Zerstörung von Quartieren durch Fassadensanierungen.
Garten- und Landschaftsbauer können durch fledermausfreundliche Gestaltung von Gärten einen Beitrag zum Schutz leisten. Dazu gehört das Stehenlassen alter Bäume, das Anpflanzen abend- und nachtblühender Stauden sowie das Anbringen von Fledermauskästen.
Fledermäuse und Coronaviren – Fakten und Mythen
Vorurteile gegenüber Fledermäusen, wie der Vampirmythos, halten sich hartnäckig. Aktuell werden Fledermäuse auch mit dem neuartigen Coronavirus in Verbindung gebracht. Es besteht jedoch keine Gefahr, dass heimische Fledermausarten Menschen anstecken könnten, da sie keine Coronaviren-Träger sind.
Fledermäuse gefährden uns nicht – sie brauchen unseren Schutz.
Hintergrundinformationen zu Fledermäusen
Fledermäuse stellen die zweitgrößte Artengruppe innerhalb der Säugetiere dar, mit weltweit über 1.400 bekannten Arten. Wenige Arten tragen Stämme von Coronaviren und gelten als Reservoir, jedoch nicht als direkter Überträger. Eine direkte Übertragung auf den Menschen wurde bisher nicht festgestellt. Bei den 25 heimischen Fledermausarten in Deutschland wurde kein derartiger Virenstamm gefunden; sie sind weder Träger noch Reservoir des Coronavirus.
