Wälder als Wasserspeicher stärken – eine Notwendigkeit
„Wälder sind enorm wichtig für die Bildung von Niederschlag, für die Temperaturregulierung und Speicherung von Wasser. Wir brauchen dringend eine Änderung des Bundeswaldgesetzes, die den engen Zusammenhang zwischen Wasser und Wald in den Vordergrund stellt, wie ihn auch unsere Studie belegt. Um Wälder gegen die Auswirkungen der Erderhitzung zu wappnen, muss das Wasser möglichst lange im Wald gehalten werden“, so der NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.
Die Untersuchung des Öko-Instituts zeigt auf, dass der Erhalt und die Förderung naturnaher Wälder essenziell sind, um Wasser im Wald zu halten. Empfohlen werden Wälder, die aus heimischen Laubbaumarten bestehen und ein dichtes Kronendach aufweisen. Dies reduziert die Sonneneinstrahlung und fördert die Wasserspeicherung. Zudem ist der Schutz des Waldbodens und die Unterstützung der Humusbildung von Bedeutung.
Wälder beeinflussen den Wasserhaushalt ihrer Umgebung positiv. Da über ein Drittel Deutschlands bewaldet ist, spielt der Zustand der Wälder eine wichtige Rolle für den gesamten Wasserhaushalt. Ein Waldumbau hin zu Laubmischwäldern kann die Grundwasserversorgung, insbesondere in trockenen Regionen, langfristig verbessern.
Forstwirtschaft und die Bedeutung intakter Ökosysteme
Die Forstwirtschaft, die nahezu die gesamte Waldfläche Deutschlands bewirtschaftet, hat einen erheblichen Einfluss auf den Wasserhaushalt der Wälder. Die Branche sucht nach Baumarten, die sich an zukünftige klimatische Bedingungen anpassen und gleichzeitig schnell wachsen, um die Holzproduktion zu sichern.
„Dabei wird viel zu wenig beachtet, dass heimische Baumarten Teil vielfältiger Ökosysteme sind“, so Krüger.
Die verschiedenen Lebewesen in diesen Ökosystemen sind durch Wechselbeziehungen und Abhängigkeiten miteinander verbunden. So können Bäume durch Pilze Nährstoffe besser aufnehmen, während sie den Pilzen Zucker liefern. Der Austausch von Baumarten kann diese Netzwerke stören.
„Heimische Baumarten wie die Rotbuche leiten zudem mit ihrer trichterförmigen Aststruktur besonders viel Regenwasser den Stamm hinab und tragen so maßgeblich dazu bei, dass Wasser in den Boden gelangt. Da sie zusätzlich über fünf Monate im Jahr kein Blätter tragen und so kein Wasser verdunsten, haben sie im Vergleich mit Nadelbaumarten, einen positiven Einfluss auf die Grundwasserneubildung“, so der NABU-Waldreferent Stefan Adler.
