Allgemeines

Baulandpreise erreichen Rekordniveau

Die Preise für baureife Grundstücke in Deutschland haben ein Rekordhoch erreicht. Ein Quadratmeter Bauland kostete durchschnittlich 189,51 Euro, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahrzehnt darstellt. Besonders teuer sind Grundstücke in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg.

Regionale Unterschiede und Gemeindegröße beeinflussen Baulandpreise

Die Preise für baureife Grundstücke in Deutschland haben im vergangenen Jahr ein Rekordhoch erreicht. Im Durchschnitt kostete ein Quadratmeter Bauland 189,51 Euro. Zehn Jahre zuvor lag dieser Wert noch bei rund 122,00 Euro.

Besonders hohe Kaufwerte verzeichneten die Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Dort wurden durchschnittlich 1.328,48 Euro beziehungsweise 1.157,91 Euro pro Quadratmeter Bauland bezahlt. Die niedrigsten Durchschnittswerte fanden sich hingegen in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Preise unter 60 Euro pro Quadratmeter lagen.

Generell korrelieren die durchschnittlichen Kaufwerte mit der Gemeindegröße. In Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern betrug der Durchschnittspreis 66,04 Euro pro Quadratmeter. In den 14 größten Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern war der Preis mit 1.128,33 Euro pro Quadratmeter siebzehnmal so hoch.

Grundstücke in Wohngebieten am teuersten

Etwa 81 Prozent aller Verkäufe von baureifem Land betrafen Grundstücke in Wohngebieten. Diese waren auch die teuersten unter allen Baugebieten. Der Quadratmeterpreis in Wohngebieten geschlossener Bauweise lag mit 285,76 Euro pro Quadratmeter rund 76 Euro höher als in Wohngebieten offener Bauweise.

In der geschlossenen Bauweise dürfen Gebäude ohne seitlichen Grenzabstand errichtet werden, beispielsweise Reihenhäuser. Die offene Bauweise erfordert hingegen einen seitlichen Grenzabstand. In Dorfgebieten wurde ein deutlich niedrigerer Quadratmeterpreis von durchschnittlich 56,75 Euro erzielt.

In Dorfgebieten ist neben der Wohnnutzung ausschließlich der Bau von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben, einschließlich Tierhaltung, zulässig. Zudem sind nicht wesentlich störende Gewerbe- und Handwerksbetriebe erlaubt, die der Versorgung der Bewohner dienen.

Methodische Hinweise zur Datenerhebung

Als baureifes Land gelten Flächen, die nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften baulich nutzbar sind. Industrieland, Flächen für Verkehrszwecke und Freiflächen sind in dieser Statistik nicht enthalten.

Die ausgewiesenen Durchschnittswerte sind für einen zeitlichen Vergleich nur bedingt geeignet, da sich die statistischen Massen, aus denen sie ermittelt werden, aus unterschiedlichen Einzelfällen zusammensetzen können. Die Statistik der Kaufwerte für Bauland dient primär der Ermittlung durchschnittlicher Kaufwerte und hat eher den Charakter einer Grundstückswechselstatistik als einer echten Preisstatistik, die die Preisentwicklung identischer Grundstücke über die Zeit verfolgen würde.

Aus diesem Grund werden keine prozentualen Veränderungen veröffentlicht. Das Statistische Bundesamt publiziert jedoch seit Mai 2008 einen Preisindex für Bauland. Dieser Index bereinigt den Einfluss veränderter Massen auf den Durchschnittswert und stellt so die Preisentwicklung für baureifes Land dar. Die Ergebnisse werden in der Fachserie 17, Reihe 4, veröffentlicht.

16.09.2020

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