Naturschutz

Mehr als 23.000 Tier- und Pflanzenarten auf der Roten Liste

Der NABU fordert angesichts des IUCN-Kongresses wirksame Maßnahmen gegen die Zerstörung der Umwelt und das Artensterben. Ein Umdenken sei dringend notwendig, da sich der Planet in einer Umweltkrise befinde.

Dringender Handlungsbedarf im globalen Artenschutz

Angesichts des Kongresses der Weltnaturschutzunion IUCN fordert der NABU wirksame Maßnahmen gegen die Zerstörung der Umwelt und das Artensterben. Ein Umdenken sei dafür notwendig.

Die Artenschutzexpertin der NABU International Naturschutzstiftung, Barbara Maas, weist darauf hin, dass der Planet sich in einer Umweltkrise befinde. Die Menschheit lebe über ihre Verhältnisse. Die Biomasse von Nutztieren und Menschen übertreffe die wild lebender Säugetiere um ein Vielfaches. Lebensräume würden für die Landwirtschaft zerstört, Meere versauerten, würden überfischt und durch Plastik belastet.

Innerhalb weniger Jahrzehnte werden weitere zwei bis drei Milliarden Menschen ernährt, mit Wasser versorgt, gekleidet und untergebracht werden müssen. Doch das Klima unseres Planeten befindet sich bereits jetzt in einem Alarmzustand. Dies alles hat katastrophale Auswirkungen auf die biologische Vielfalt: Mehr als 23.000 Tier- und Pflanzenarten stehen heute auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Vor 15 Jahren waren es weniger als die Hälfte.

Unter dem Motto „Planet am Scheideweg“ debattieren die Teilnehmer des IUCN-Kongresses darüber, wie die Bedürfnisse einer wachsenden Weltbevölkerung mit der Sicherung ökologischer Systeme in Einklang gebracht werden können. Über 1.000 IUCN-Mitgliedsorganisationen, darunter der NABU, entscheiden über knapp 100 Anträge. Diese Anträge bestimmen den IUCN-Arbeitsplan der nächsten vier Jahre und sind richtungsweisend für den globalen Naturschutz.

Die Konferenz knüpft an den Klimagipfel und den UN-Gipfel für Nachhaltige Entwicklung an und soll klären, wie die dort verabschiedeten Ziele umgesetzt werden können. Von der IUCN verabschiedete Anträge setzen zudem Signale für die CITES-Konferenz in Südafrika, die den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten reguliert, sowie für die Weltnaturschutzkonferenz CBD in Cancun/Mexiko.

Gerade auch mit Blick auf die CITES-Artenschutzkonferenz muss von der IUCN ein wichtiges Signal ausgehen zum besseren Schutz Afrikanischer Elefanten, von denen jedes Jahr rund 35.000 der Wilderei zum Opfer fallen. Aber auch für weitere Arten wie Schuppentiere, Löwen, Haie und Rochen müssen effektive Schutzmaßnahmen identifiziert und vereinbart werden, um sie dauerhaft zu erhalten.

Die Tagesordnung in Hawaii zeige die Vielfalt der Bedrohungen für die Artenvielfalt. Die IUCN-Delegierten stünden vor einer großen Aufgabe, die nur durch Erhaltungsmaßnahmen gelöst werden könne.

Wir hoffen, dass die IUCN ihrer Rolle nachkommt und konkrete, der Artenerhaltung dienliche Maßnahmen vorantreibt. Die Vergangenheit zeigt, dass solche Bemühungen oft auf Widerstand treffen. Davon, wie der Kongress mit diesem umgeht, hängt letztendlich der Erfolg ab.

31.08.2016

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