Naturschutz

Schliepenlanke bei Rathenow nach über 100 Jahren wieder Fließgewässer

Nach über 100 Jahren ist die Schliepenlanke bei Rathenow wieder an die Havel angeschlossen und als Fließgewässer reaktiviert. Dieser Altarm-Anschluss ist ein weiterer Schritt in der naturnahen Gestaltung der Unteren Havelniederung.

Finanzierung und ökologischer Nutzen des Projekts

Die Finanzierung des Anschlusses der Schliepenlanke erfolgte vollständig durch Spenden.

Der Anschluss der Schliepenlanke wurde vollständig aus Spenden finanziert. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Zahlreiche Mitglieder, Unterstützer und auch Unternehmen haben dafür gespendet. Sie wollen, wie der NABU, dass an der Unteren Havel wieder ein Naturparadies entsteht. Hier zeigt sich, was praktischer Naturschutz leisten kann.

Dies betonte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller bei einer Feierstunde in Rathenow. Er hob hervor, dass das Gesamtprojekt unter Federführung des NABU und seiner Partner Modellcharakter besitze.

Wir brauchen lebendige Flüsse mit Auen und natürlichen Überflutungsflächen. Sie bieten nicht nur Unterschlupf für viele Arten, sondern auch einen natürlichen Hochwasserschutz.

Miller wies zudem darauf hin, dass bundesweit weiterhin großer Handlungsbedarf an Flüssen, insbesondere an Bundeswasserstraßen, bestehe, da nur etwa ein Prozent dieser Gewässer in einem guten ökologischen Zustand sei.

Details der Umsetzung und historische Hintergründe

Rocco Buchta, Leiter des NABU-Instituts für Fluss- und Auenökologie, ergänzte, dass der NABU sich für Mensch und Natur engagiere und dies bei der Schliepenlanke zutreffe.

Nicht nur die Natur profitiert, sondern auch die Anlieger am Fluss sowie die Menschen, die in die Region kommen und Erholung suchen.

Durch den Anschluss der Schliepenlanke wurde eine etwa zwei Hektar große Insel geschaffen. Auf einer Fläche von rund 1.000 Quadratmetern wurde Auenwald initialisiert. Eine rund 70 Meter breite Öffnung ermöglicht nun den Wasserfluss in den Altarm. Während der Bauarbeiten wurden etwa 1.000 Kubikmeter Schlick-Wasser-Gemisch aus dem Gewässer entfernt. Die Gesamtkosten der Maßnahme beliefen sich auf eine halbe Million Euro.

Der Havel-Altarm bei Rathenow war vor über 100 Jahren im Zuge des Baus der Neuen Schleuse vom Hauptstrom der Havel abgetrennt worden. Dies geschah, als der Fluss an dieser Stelle begradigt wurde, um die Passage für die damaligen Schleppzüge zu erleichtern.

23.04.2016

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