Die Bedeutung von Reisen für die gärtnerische Praxis
Reisen und Gärtnern sind für viele Fachleute untrennbar miteinander verbunden. Die Suche nach neuen Pflanzen und Inspirationen führt Gärtner oft in entlegene Regionen. Cassian Schmidt, Staudengärtnermeister und Leiter des Schau- und Sichtungsgartens Hermannshof, berichtet von seinen Erfahrungen und der Bedeutung des Reisens für die gärtnerische Praxis.
„Ja, auf unseren Reisen haben wir einige Leute fast zur Verzweiflung getrieben, aber am Ende haben wir die meisten mit unserer Begeisterung angesteckt und neben spannenden gärtnerischen Entdeckungen auch menschlich viele nette Bekanntschaften gemacht.“
Bereits während seiner Gesellenzeit unternahm Schmidt mit Kollegen und Auszubildenden Exkursionen, beispielsweise ins Tessin, in die deutschen Alpen oder nach England. Diese Reisen, oft mit geringem Budget, dienten dem Blick über den Tellerrand und der Entdeckung neuer Pflanzen. Dabei wurden auch Pflanzen aus Gärten und Gärtnereien am Wegesrand mitgenommen, was zur Erweiterung des Sortiments des Ausbildungsbetriebs beitrug.
Berufliche Entwicklung und Einfluss von Reisen
Die Neugier und Reiselust junger Gärtner fördert nicht nur die Betriebe, sondern auch die persönliche und berufliche Entwicklung. Das Knüpfen von Kontakten während solcher Exkursionen hat sich für Schmidt als wertvoll erwiesen. Er studierte nach seiner Gärtnerausbildung Landschaftsarchitektur, lehrt heute an der Hochschule Geisenheim Pflanzenverwendung und leitet seit 1998 den Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof in Weinheim.
Reisen haben Schmidts Arbeit als Gestalter maßgeblich beeinflusst. Das Erleben von Pflanzen an ihrem Naturstandort liefert wichtige Informationen für die Kultivierung und dient als Inspiration. Zudem ermöglicht es, Geschichten zu den Pflanzen zu erzählen, was im Verkauf von Vorteil sein kann. Die Eindrücke von Reisen in die zentralasiatischen Steppen des Iran, die Prärien Nordamerikas oder die ostasiatischen Monsunwälder haben im Schaugarten Hermannshof ihre Spuren hinterlassen.
Schmidt empfiehlt jungen Menschen, viel zu reisen. Er betont, dass man daran in vielerlei Hinsicht wächst und Gärtner oft leicht in fremde Kulturen eintauchen können, da die Begeisterung für Pflanzen Menschen weltweit verbindet.
Unterstützung für junge Gärtner
Für Auszubildende in den sieben gärtnerischen Fachrichtungen gibt es heute vielfältige Unterstützung für Reisen. Die Junggärtner, in einem eigenen Verband organisiert, bieten ein Veranstaltungsprogramm an und unterstützen bei der Planung von Auslandspraktika.


