Einzigartiges Engagement für den Naturschutz
Dieter Mennekes besitzt in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg insgesamt rund 3.500 Hektar Wald. Im Jahr 2014 entzog er eine 338 Hektar große Waldfläche, den sogenannten „Heiligenborner Wald“ im Landkreis Siegen-Wittgenstein, der Bewirtschaftung. Die Nicht-Nutzung dieser Fläche ist für 30 Jahre gesichert. Damit unterstützt Mennekes als erster Großprivatwaldbesitzer durch den Nutzungsverzicht auf eigenen Flächen das Fünf-Prozent-Ziel der nationalen Biodiversitätsstrategie.
Die Bundesregierung hatte 2007 beschlossen, bis 2020 mindestens fünf Prozent der Waldfläche beziehungsweise zehn Prozent des öffentlichen Waldes aus der forstlichen Nutzung zu nehmen. Derzeit liegt der Anteil privater Wälder, die sich langfristig und rechtlich gesichert natürlich entwickeln dürfen, bei unter einem Prozent.
Ich habe eine Waldbefragung durchgeführt. Die Antwort des Waldes und der Bäume war eindeutig: Wir wollen Wildnis werden. Die einzige Möglichkeit den Wald zu verschönern, ist ihn sich selbst zu überlassen.
So erläutert Mennekes seine Motivation, auf die wirtschaftliche Nutzung des Waldes zu verzichten. In Wäldern mit natürlicher Entwicklung können natürliche Alterungsprozesse stattfinden. Dies ist für die biologische Vielfalt von großer Bedeutung und bietet einen wichtigen ästhetischen Aspekt für den Menschen.
In Deutschland gibt es kaum Flächen, die sich frei von menschlichen Eingriffen entwickeln können. Solche Gebiete bieten ein Naturerlebnis.
Würdigung des vorbildlichen Engagements
Dieter Mennekes übernimmt mit seinem Eigentum Verantwortung für den Naturschutz in besonderer Weise. Er lässt auf seinen eigenen Flächen Natur Natur sein und hat sich bewusst dafür entschieden. In den vergangenen Jahren wurde viel über das sogenannte Fünf-Prozent-Ziel gestritten. Davon ließ sich Dieter Mennekes nicht beeinflussen und wenn, dann positiv. Er hat pragmatisch umgesetzt, was an vielen Stellen nötig wäre – einfach in Ruhe lassen.
Dies sagte NABU-Präsidiumsmitglied Heinz Kowalski anlässlich der Übergabe der Waldmedaille bei der Landesvertreterversammlung des NABU NRW in Bad Sassendorf. Da es in Deutschland kaum noch Urwälder gibt, ist die Entwicklung urwaldähnlicher Strukturen für Spechte, Käfer und Pilze von Bedeutung. Mit der NABU-Waldmedaille werden Personen ausgezeichnet, die sich durch ihren Einsatz für Naturschutz im Wald und naturschonende Forstwirtschaft hervorgetan haben. Die Auszeichnung soll auch zum Nachahmen anregen.
