Klima- und Umweltschutz, Naturschutz

NABU fordert wirksamen Waldschutz zur Sicherung der Zukunft

Der NABU kritisiert die Forderungen nach intensiver Waldbewirtschaftung und plädiert für konsequenten Schutz und nachhaltige Nutzung der Wälder. Er fordert die Agrarminister auf, die Biodiversitätsstrategie umzusetzen und die Klimaziele zu erreichen.

Klimaziele und Biodiversität im Fokus der Waldpolitik

Der Umweltverband befürchtet, dass die im Klimaschutzgesetz festgelegten Ziele für den natürlichen Klimaschutz durch Kohlenstoffspeicherung in Wäldern verfehlt werden. Zudem sieht der NABU eine mögliche Aufweichung der Europäischen Biodiversitätsstrategie. Er fordert die Agrarministerinnen und -minister auf, sich von der intensiven Waldbewirtschaftung abzuwenden und die Biodiversitätsstrategie konsequent umzusetzen.

Die Sorgen um die Zukunft des Waldes und der Forstwirtschaft in Deutschland sowie die nationale Versorgung mit dem Rohstoff Holz teilen wir. Aber die Gefahr geht keineswegs von höheren Nachhaltigkeitsstandards aus, im Gegenteil: Ursache sind der geringe Schutz besonders wertvoller Flächen und zu wenig Nachhaltigkeit im Wirtschaftswald. Die größten Waldschäden in den vergangenen Jahren entstanden fast ausschließlich in naturfernen Monokulturen. Das zeigt, dass solche Plantagenwälder nicht über genug Widerstandskraft verfügen, um in der Klimakrise zu bestehen. Wer die Zukunft des Waldes sichern will, muss an der Biodiversitätsstrategie festhalten. Denn nur durch konsequenten Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung unserer Wälder, können wir die Pariser Klimaziele erreichen und die Zukunft der Waldbewirtschaftung sichern.

Neben einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung plädiert der NABU für eine Abkehr von kurzlebigen Holzprodukten wie Einmalpaletten. Auch der Ausbau der Holzverbrennung müsse gestoppt werden. Stattdessen sei eine klügere und effizientere Nutzung des Rohstoffs Holz erforderlich. Eine Novelle der Altholzverordnung könnte hierbei als Grundlage für eine stoffliche Kaskadennutzung von Holz dienen, um bedeutende Holzrohstoff-Reserven zu erschließen. Altholz dürfe nicht mehr vorrangig als Brennstoff betrachtet werden.

Langfristige Perspektiven und Risikominimierung im Waldmanagement

Ein Baum, der heute keimt, wird erst nach dem Jahr 2100 erntereif sein. Naturschutz und Risikominimierung sind deswegen kein Luxus, sondern notwendige Grundsätze einer nachhaltigen Forstbewirtschaftung. Um untragbare Kosten und Verluste in der Klima- und Biodiversitätskrise zu verhindern, müssen wir gemeinsam mit der Holz- und Forstwirtschaft alle Kraft darauf verwenden, Waldökosysteme zu stabilisieren und deren wichtige Rolle für Natur und Klima zu schützen. Das neue Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz bietet dafür einen hervorragenden Rahmen.

17.05.2022

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