Amsel und Grünfink im Fokus der Zählung
Besonderes Augenmerk liegt in diesem Jahr auf der Entwicklung der Amselpopulation. Die Usutu-Epidemie des vergangenen Sommers könnte sich auf die Bestandszahlen ausgewirkt haben.
„Mit besonderer Spannung erwarten wir die Ergebnisse für die Amsel, auf die die Usutu-Epidemie des vergangenen Sommers eine große Auswirkung haben könnte“, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „2018 trat die für Amseln tödliche Viruserkrankung erstmals fast deutschlandweit auf und hat vor allem in Norddeutschland zu einem regelrechten Massensterben geführt.“
Ein milder Winter könnte jedoch dazu führen, dass mehr Amseln in Deutschland verbleiben und die gemeldeten Zahlen höher ausfallen als erwartet. Auch der Grünfink bereitet Naturschützern Sorgen. NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann weist auf einen deutlichen Rückgang hin.
„Die Art, die bei der Wintervogelzählung über die Jahre am stärksten abgenommen hat, ist der Grünfink“, sagt NABU-Vogelschutzexperte Lars Lachmann. „2018 konnten nur noch etwa 45 Prozent des Bestandes von 2013 festgestellt werden. Hauptgrund ist das Grünfinkensterben, das durch den Parasiten Trichomonas gallinae ausgelöst wird, der besonders an sommerlichen Vogelfutterstellen von Vogel zu Vogel übertragen wird. Hier erwarten wir leider, dass sich der Negativtrend fortsetzt.“
So können Sie an der Vogelzählung teilnehmen
Die „Stunde der Wintervögel“ ist die größte wissenschaftliche Mitmachaktion in Deutschland und wird zum neunten Mal durchgeführt. Die Teilnahme ist unkompliziert: Eine Stunde lang werden Vögel an Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park beobachtet und gezählt. Dabei wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die innerhalb dieser Stunde gleichzeitig zu sehen ist.
Die Beobachtungen können bis zum 15. Januar online gemeldet werden. Zusätzlich steht am 5. und 6. Januar jeweils von 10 bis 18 Uhr eine kostenlose Telefonhotline (0800-1157-115) für Meldungen zur Verfügung. Für die Teilnahme sind keine besonderen Vorkenntnisse erforderlich; das Interesse an der Vogelwelt genügt.
Im Januar 2018 beteiligten sich über 136.000 Menschen an der Zählung, wobei Meldungen aus 92.000 Gärten und Parks eingingen. Damals war der Haussperling der häufigste Wintervogel, gefolgt von Kohlmeise und Blaumeise.
Für Kindergruppen und Schulklassen bietet die NAJU im Rahmen der „Schulstunde der Wintervögel“ vom 7. bis 11. Januar spezielle Zählkarten, ein Poster und ein Wintervogel-Quiz an. Die Zählergebnisse der Kinder fließen ebenfalls in die Gesamtauswertung des NABU ein.
