Neue Kommunen engagieren sich für ökologisches Grünflächenmanagement
Am 2. Januar 2019 begann für 13 weitere Kommunen das Verfahren zum Label „StadtGrün naturnah“. Zu den diesjährigen Teilnehmern gehören Abtsgmünd, Augsburg, Bad Wildungen, Darmstadt, Dreieich, Günzburg, Kirchheim unter Teck, Nettetal, Peißenberg, Pirmasens, Preetz, Sankt Augustin und Viernheim. Zwei weitere Kommunen werden sich demnächst anschließen.
Das Bündnis würdigt mit dem Label „StadtGrün naturnah“ das Engagement von Städten und Gemeinden für ein ökologisches Grünflächenmanagement. Dies umfasst Maßnahmen wie die Umwandlung öffentlicher Grünflächen in artenreiche Wildblumenwiesen, die Verwendung heimischen Saat- oder Pflanzenguts sowie den Verzicht auf Pestizide. Die Kommunen erhalten professionelle Unterstützung bei der Maßnahmenplanung, Bürgerbeteiligung und Öffentlichkeitsarbeit zur Förderung der Stadtnatur. Nach einem zwölfmonatigen Prozess erfolgt die Auszeichnung in Bronze, Silber oder Gold.
Es gibt viele Wege, die Artenvielfalt im Siedlungsraum zu schützen und zu fördern. Auch die Sensibilisierung der Stadtbevölkerung für die Belange des Naturschutzes spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Mit dem Label „StadtGrün naturnah“ möchten wir Städte und Gemeinden dabei unterstützen und für mehr naturnahe Grünflächen in Kommunen sorgen.
Dies erklärte Jörg Sibbel, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses und Bürgermeister der Stadt Eckernförde.
Zu Beginn des Verfahrens erfassen die teilnehmenden Kommunen ihre bestehenden Pflegepraktiken und bereits umgesetzten Maßnahmen. Basierend darauf entwickeln sie einen Maßnahmenplan für die naturnahe Entwicklung ihrer innerstädtischen Grünflächen. In den bisher 20 teilnehmenden Kommunen hat das Label bereits Initiativen zur Förderung der Artenvielfalt angestoßen. Beispiele hierfür sind der Beschluss der Stadt Glauchau zum Verzicht auf Glyphosat, die Schaffung eines Totholzbiotops für den Hirschkäfer in Trier und die Anlage von Blühstreifen auf Parkflächen in Bremerhaven.
Das Bündnis unterstützt die Teilnehmer durch Vor-Ort-Beratungen und fördert den Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen. Zudem stellt es kostenlose Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit bereit und moderiert Workshops zur Maßnahmenplanung mit lokalen Akteuren.
Natur im unmittelbaren Lebensumfeld ist für Menschen von Bedeutung. Studien belegen, dass die Gesundheit und Zufriedenheit von Personen steigt, die in der Nähe von Grünflächen leben. Besonders Kinder profitieren davon, da sie dort Entdeckung und Naturbeobachtung erleben können.
Eine naturnahe Pflege von Grünflächen kommt auch Tieren und Pflanzen zugute. Weniger häufiges Mähen von Rasenflächen fördert schnittempfindliche Wiesenkräuter. Wo Flockenblumen, Margeriten oder Malven gedeihen, finden sich auch Wildbienen und Schmetterlinge ein.
Das Label ist Teil des Kooperationsprojektes „Stadtgrün – Artenreich und Vielfältig“, das vom Bündnis, der Deutschen Umwelthilfe (DUH) und den Partnerstädten Frankfurt am Main, Hannover, Wernigerode, Kirchhain und Neu-Anspach getragen wird. Im Rahmen dieses auf fünf Jahre angelegten Projektes können sich insgesamt 50 Kommunen bundesweit kostenfrei am Labeling-Verfahren beteiligen. Im Jahr 2019 besteht für weitere 15 Kommunen die Möglichkeit zur Teilnahme.
Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) gefördert.
