Die Grüne Stadt, Klima- und Umweltschutz

Nachhaltige Stadtentwicklung in NRW: Herausforderungen und Lösungsansätze

Nach drei Hitzesommern und unzureichenden Niederschlägen bereiten sich Städte in NRW auf Engpässe vor. Der Klimawandel stellt Gesellschaft und Kommunen vor große Herausforderungen, die nur durch enge Zusammenarbeit und Kompetenzentwicklung zu bewältigen sind.

Klimakrise und ihre weitreichenden Folgen

Anfang März 2023 stellten das Bundesumwelt- und das Bundeswirtschaftsministerium eine gemeinsame Studie zu den aktuellen und potenziellen volkswirtschaftlichen Folgekosten der Klimakrise für Deutschland vor. Die Ministerien rechnen demnach bis zur Mitte des Jahrhunderts je nach Ausmaß der Erderwärmung mit kumulierten volkswirtschaftlichen Schäden zwischen 280 und 900 Milliarden Euro. Neben den finanziellen Schäden kommen gesundheitliche Beeinträchtigungen, Todesfälle durch Hitze und Überflutungen, die Belastung von Ökosystemen, der Verlust von Artenvielfalt sowie eine Minderung der Lebensqualität hinzu.

Umweltstaatssekretärin Christiane Rohleder betonte die Bedeutung von Investitionen in Klimaschutz und Klimaanpassung:

Investitionen in ambitionierten Klimaschutz und vorsorgende Klimaanpassung sind entscheidend, um die Widerstands- und Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme zu erhöhen.

Mennigmann ergänzte, dass die Frage nach der zukünftigen Lebensweise zu einer existenziellen Frage geworden sei, insbesondere in den Kommunen, wo Anpassungsmaßnahmen zwingend erforderlich seien.

Bedarf an Kompetenzen und der „Grüne Campus“ als Lösung

Für die erfolgreiche Bewältigung dieser Zukunftsfragen ist es laut Mennigmann unerlässlich, auf allen Ebenen die notwendigen Kompetenzen vorzuhalten.

NRW braucht eine offensive Bildungspolitik, die geeignet ist, die selbstgesteckten Ziele in Umweltfragen und zur Klimaanpassung zu erreichen. Hier besteht inzwischen ein echter Notstand und genau deshalb fordern wir den 'Grünen Campus' für NRW!

Die Notwendigkeit von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen geht einher mit der Mobilitätswende und Fragen der Energieversorgung. Die Erwartungen an die Stadt der Zukunft steigen. Verantwortliche in den Kommunen Nordrhein-Westfalens stehen vor einer Vielzahl von Forderungen und Wünschen aus Bürgerschaft und lokaler Wirtschaft, die sich teilweise widersprechen.

Rolle des GaLaBau in der Stadt der Zukunft

Der Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (GaLaBau) spielt eine zentrale Rolle bei der Gestaltung der Stadt der Zukunft. Mennigmann hebt hervor:

Wir sind als Branche ebenfalls stark gefordert. Zukunftsthemen wie Schwammstadt, Gartenstadt, Gebäudebegrünung, Klimabäume, sind unser Tagesgeschäft und sie positionieren den GaLaBau mittendrin als wichtigen Akteur.

Die über 1.000 Mitgliedsbetriebe des VGL NRW sind nicht nur im privaten Gartenbereich tätig, sondern auch im gewerblichen Sektor und im öffentlichen Grün der Städte und Gemeinden. Ihre Projekte umfassen die Renaturierung von Industrieflächen und Gewässern, Gebäudebegrünung, den Bau wassersensibler Außenbereiche in Wohngebieten sowie die Anlage und Pflege von Freiflächen.

Bündelung und Entwicklung von Kompetenzen

Angesichts der vielfältigen Herausforderungen und mit dem Ziel, die Zukunftsfähigkeit des Landes zu sichern, setzt sich der VGL NRW für die Einrichtung eines „Grünen Campus“ ein. Mennigmann erläutert:

Für die vielen zukunftsweisenden Projekte in NRW brauchen wir Fachleute in unseren Betrieben, aber auch in den Kommunen und in den Ministerien. Diese fehlen schon heute und es fehlt auch ein schlüssiges Konzept, wie die Bildungssituation hier weiter gehen kann. Die Ausstattung und Zukunftsaussichten bei Berufsschulen, Techniker- und Meisterschulen sind suboptimal, es fehlen Lehrkräfte und es gibt keine Lehrerausbildung in NRW.

Die Notwendigkeit zur Schaffung zukunftsweisender Aus- und Weiterbildungskonzepte wird auch in anderen Bundesländern erkannt. In Hessen wurden beispielsweise mehrere Nachhaltigkeits-Lehrstühle eingerichtet, die an der Schnittstelle von Landschaftsarchitektur, Architektur und Städtebau agieren sollen.

Mennigmann betont abschließend:

Gerade im bevölkerungsreichen NRW wird es wichtig sein, dass klimagerechte und wassersensible Strategien auch sozialverträglich und wirtschaftlich funktionieren. Die große Transformation hat eben erst begonnen und wir sind bereit, im Schulterschluss mit den Kommunen und der Landespolitik unseren Beitrag zu leisten. Den 'Grünen Campus' NRW sehen wir als ein unverzichtbares Instrument, um Kompetenzen zu bündeln und zu entwickeln.

05.04.2023

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